Medizinmesse in Düsseldorf

Medica: Nabelschau der Medizin wieder im Hybrid-Kleid

Kommenden Montag beginnt in Düsseldorf die Medizinmesse Medica – trotz Hochinzidenz auch wieder im Präsenzmodus. Parallel findet auch der 44. Deutsche Krankenhaustag statt.

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2019 kamen zur Medizinmesse Medica 120.000 Menschen.

Auf dem Düsseldorfer Messegelände wurden die Flaggen gehisst: 2019 kamen zur Medizinmesse Medica 120.000 Menschen. (Archivbild)

© Hans-Joachim Rech / picture alliance

Düsseldorf. Nach coronabedingter Beschränkung auf ein rein virtuelles Format im vergangenen Jahr öffnet die weltgrößte Medizinmesse Medica am kommenden Montag in Düsseldorf wieder die Tore für Aussteller und Besucher. Deren Anzahl wird zwar niedriger sein als in der Vergangenheit, an der Bedeutung der Messe gibt es nach Einschätzung des Messechefs Michael Degen aber keine Zweifel. Vom 15. bis 18. November ist bis auf zwei Hallen das komplette Messegelände belegt.

„Wir sind super glücklich, dass wir überhaupt im Live-Modus stattfinden können“, so Degen bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag. Rund 3000 Aussteller haben sich nach seinen Angaben angemeldet, verglichen mit 5500 im Jahr 2019. Bei der begleitenden Compamed-Messe für die Zulieferindustrie sind es 500, vor zwei Jahren waren es 800. Die beiden Messen sind erneut sehr international geprägt. Bei der Medica kommen 80 Prozent der Aussteller aus dem Ausland, bei der Compamed 60 Prozent. „Das zeigt die Zugkraft der Medica und die Sehnsucht der Marktteilnehmer, sich wieder face to face zu treffen“, betonte Degen.

85 Prozent geimpft und genesen

Der hohe Internationalisierungsgrad hat auch mit Blick auf die Sicherheit Vorteile. Der Anteil der Geimpften und Genesenen sei sehr hoch und liege bei über 85 Prozent, berichtete Degen. Die Messegesellschaft habe ein gut funktionierendes Hygiene-Konzept entwickelt, in das auch die Erfahrungen mit dem Caravan-Salon im September und der Arbeitsschutzmesse A+A eingeflossen sind. Degen geht davon aus, dass zwischen 30 Prozent und 45 Prozent der Besucherzahlen aus den Vorjahren erreicht werden. 2019 kamen zur Weltleitmesse der Medizin 120.000 Menschen auf das Messegelände.

Die Messe-Macher setzen aber nicht nur auf die Aussteller und Besucher vor Ort. „Wir haben die digitalen Angebote weiter ausgebaut“, sagte Christian Grosser, der für die Medica und die Compamed zuständig ist. So werden die Bühnenprogramme der begleitenden sieben Foren und Konferenzen live im Internet übertragen. Dazu gehören das Medica Connected Healthcare Forum, das Medica Health IT Forum und das Compamed Suppliers Forum.

Ausschließlich virtuell findet in diesem Jahr erneut der parallel zur Medizinmesse laufende 44. Deutsche Krankenhaustag vom 15. bis 17. November statt. Leider könne man dort noch nicht über konkrete Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen sprechen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft Dr. Gerald Gaß. Klar ist für ihn: „In den letzten zehn, 15 Jahren ist viel liegen geblieben, was die Krankenhauspolitik angeht.“

Er plädierte dafür, dass sich Bund und Länder nach der Regierungsbildung zusammensetzen und ein gemeinsames Zielbild für die Krankenhauslandschaft der Zukunft formulieren. Die Politik muss endlich Verantwortung übernehmen und wegkommen vom kalten Strukturwandel über immer engere finanzielle Rahmenbedingungen und strengere Strukturvorgaben für die Krankenhäuser, findet Gaß. (iss)

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