Fipronil-Skandal

10,7 Millionen belastete Eier in Deutschland?

Es sind mehr Fipronil-belastete Eier in Deutschland im Umlauf als vermutet. In Rumänien wurde derweil belastetes Eigelb sichergestellt.

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Insektengift im Ei: Fipronil ist unter anderem bei Hunden und Katzen erlaubt, um Läuse, Milben und Flöhe zu bekämpfen.

Insektengift im Ei: Fipronil ist unter anderem bei Hunden und Katzen erlaubt, um Läuse, Milben und Flöhe zu bekämpfen.

© Murat Subatli / stock.adobe.com

BERLIN/KOPENHAGEN/BUKAREST. Die Zahl der mit Fipronil belasteten Eier in Deutschland ist laut Bundeslandwirtschaftsministerium womöglich höher als bisher angenommen. Es sei davon auszugehen, dass "rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind", berichtete die "Rheinische Post" (Freitag) unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion.

Zuvor hatte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) bereits von mutmaßlich zehn Millionen betroffenen Eiern gesprochen.

Wie viele der Eier in den Handel gelangten, lasse sich nicht mit Sicherheit abschätzen, berichtete die Zeitung mit Verweis auf das Haus von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) weiter. Zuletzt war bekannt geworden, dass Belgien und die Europäische Union schon seit Wochen von Fipronil-Funden wussten.

Fipronil ist ein unter anderem bei Hunden und Katzen erlaubtes Insektengift, das gegen Hautparasiten wie Läuse, Milben und Flöhe wirkt. In hohen Dosen kann die Substanz für Menschen gefährlich sein.

Wie sie genau wirkt, ist allerdings nicht bekannt. Befunde mit einem möglicherweise gesundheitsschädlichen Gehalt an Fipronil pro Kilogramm Ei gab es laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach ersten Erkenntnissen nicht.

20 Tonnen Fipronil-Eier

Auch im benachbarten Dänemark ist eine große Menge der belasteten Frühstücks-Beigabe im Umlauf: 20 Tonnen Fipronil-Eier sind dorthin geliefert worden. Das teilte die dänische Behörde für Lebensmittelsicherheit am Donnerstagabend mit.

Eine dänische Firma habe die gepellten und gekochten Eier von einem belgischen Händler bezogen – produziert wurden die Eier den Angaben zufolge aber in den Niederlanden.

"Die Eier wurden überwiegend an professionelle Küchen verkauft, aber nicht an normale Verbraucher", sagte Nikolas Kühn Hove, Leiter der Abteilung für Lebensmittelwarnungen, der Deutschen Presse-Agentur.

Tests aus den Niederlanden deuteten darauf hin, dass die Belastung mit dem Insektengift nicht als gesundheitsschädlich gelte. Sie sei aber zu hoch für den Verkauf in der Europäischen Union.

Import aus Deutschland

Unterdessen scheinen einige Akteure zu versuchen, die belastete Ware dennoch an den Mann zu bringen: Rumänische Behörden haben eine Tonne mit Fipronil belastetes flüssiges Eigelb sichergestellt.

Das Produkt sei aus Deutschland importiert worden und für eine Firma im westrumänischen Landkreis Timis bestimmt gewesen, teilte das rumänische Amt für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag mit.

Nichts davon sei zum Verbraucher gelangt. Das mit Fipronil belastete Eigelb werde nun verbrannt. (dpa/mh)

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