ACE-Hemmer - Option für alle KHK-Patienten?

PARIS (ob). Nicht nur KHK-Patienten mit Herzinsuffizienz oder linksventrikulärer Dysfunktion, sondern auch solche mit normaler kardialer Pumpfunktion profitieren von einem ACE-Hemmer. Nach Ergebnissen einer neuen Metaanalyse senkt diese Behandlung Sterblichkeits-, Herzinfarkt- und Schlaganfallrate.

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Bei Patienten mit manifester Herzinsuffizienz oder linksventrikulärer Dysfunktion zählen ACE-Hemmer aufgrund überzeugender Studiendaten inzwischen zur Standardtherapie. Nicht ganz so eindeutig ist die Studienlage bei klinisch stabilen KHK-Patienten ohne Anzeichen für eine kardiale Pumpschwäche.

Zwei große Studien (HOPE, EUROPA) dokumentieren einen deutlichen Nutzen der ACE-Hemmer Ramipril und Perindopril bei entsprechenden Patienten. Abweichend davon zeigte Trandolapril in der PEACE-Studie überraschenderweise keine präventive Wirkung auf kardiovaskuläre Ereignisse. Viele Gründe - etwa Unterschiede im Risikoprofil der Patienten, eine zu niedrige Dosierung von Trandolapril, Unterschiede in der Begleitmedikation - sind als mögliche Erklärung für diese Diskrepanz der Studienergebnisse diskutiert worden.

Um eine verläßlichere Datenbasis zu schaffen, haben französische Forscher um Dr. Nicholas Danchin nun die zusammengefaßten Ergebnisse von sieben Studien in einer Metaanalyse ausgewertet (Arch Intern Med. 166: 787; 2006).

Berücksichtigt wurden nur placebokontrollierte Studien mit mindestens zweijähriger Laufzeit bei Patienten mit stabiler KHK ohne manifeste Herzinsuffizienz oder linksventrikuläre Dysfunktion. Die insgesamt 33 960 daran beteiligten Patienten hatten über einen mittleren Zeitraum von 4,4 Jahren eine Behandlung mit ACE-Hemmern oder Placebo erhalten.

Die Ergebnisse sprechen klar zugunsten der ACE-Hemmer-Therapie bei stabiler KHK. So wurde im Vergleich zu Placebo durch ACE-Hemmer die Gesamtmortalität im Untersuchungszeitraum um 14 Prozent gesenkt, bedingt durch eine Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit um 19 Prozent.

Herzinfarkt- und Schlaganfallrate wurden um 18 Prozent respektive 23 Prozent reduziert. Alle Unterschiede waren statistisch signifikant. Auch koronare Revaskularisationen oder Klinikaufnahmen infolge Herzinsuffizienz waren bei ACE-Hemmer-Therapie signifikant seltener erforderlich.

Die französischen Autoren werten diese Ergebnisse als eine gute Begründungsbasis dafür, in den zur Aktualisierung anstehenden Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie künftig den ACE-Hemmer generell als Standardtherapie bei stabiler KHK zu empfehlen.

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