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Ab 40 Jahre empfiehlt sich immer ein Schilddrüsen-Check

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HEIDELBERG (hbr). Auch wenn die Zeiten ausgeprägten Jodmangels in Deutschland inzwischen vorbei sind: Menschen im mittleren Alter haben als Folge oft eine Struma oder Schilddrüsenknoten. Ein Schilddrüsen-Check ab 40 ist daher sinnvoll. Durch frühe Therapie kann Operationen vorgebeugt werden.

Durch Palpation werden Strumen und Knoten gut entdeckt. In einer Studie stimmte das Ergebnis in 86 Prozent mit der Sonografie überein.

Durch Palpation werden Strumen und Knoten gut entdeckt. In einer Studie stimmte das Ergebnis in 86 Prozent mit der Sonografie überein.

© Foto: Klaro

41 Prozent der 46 bis 65 Jahre alten Frauen haben Schilddrüsenknoten mit oder ohne eine Struma. Solche Veränderungen sollten früh erkannt und Betroffene behandelt werden, um Operationen vorzubeugen. Daran erinnerte Professor Martin Grußendorf aus Stuttgart beim Henning Schilddrüsen-Symposium in Heidelberg. Ein Schilddrüsen-Check empfiehlt sich deshalb bei jedem Patienten über 40 Jahren, so der Endokrinologe. Das kann mit drei einfachen Untersuchungsmethoden erfolgen.

An erster Stelle steht die Anamnese: Bei familiärer Kropfbelastung ist für Patienten das Risiko der Strumabildung unter Jodmangel erhöht. Auch Fragen nach lokalen Beschwerden wie Schluckprobleme, Druckgefühl, Atemnot und zu eng gewordene Hemdkragen sind wichtig, sagte Grußendorf bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis. Gefragt wird auch nach häufigen Symptomen einer Unterfunktion - etwa Müdigkeit, Verstopfung, Frieren, Lidödeme und Gewichtszunahme - oder Symptomen einer Überfunktion wie Nervosität, Tachykardie, Schlafstörungen und Gewichtsverlust.

Als zweites wird der Hals inspiziert und palpiert, um Strumen und Knoten zu finden. Das funktioniert gut, wie die Erhebung Papillon 2006 ergab: Die palpatorische Bewertung des Schilddrüsenvolumens als normal oder zu groß stimmte in 86 Prozent der Fälle mit dem Ultraschall-ergebnis überein.

Und: TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird bestimmt. Wenn es im mittleren Normbereich liegt, ist eine Funktionsstörung weitgehend ausgeschlossen.

Zur Behandlung von Patienten mit euthyreoter Knotenstruma stehen Jodid, Levothyroxin und die Kombination aus beidem zur Verfügung. Die Kombination, etwa in Thyronajod® 75 Henning (150 µg Jodid und 75 µg Levothyroxin) ist offenbar am wirksamsten. Das ergab die retrospektive Analyse zum Verlauf des Schilddrüsenvolumens bei 198 Patienten mit Knotenstruma in seiner eigenen Praxis, so Grußendorf. Nur die Kombinationstherapie brachte eine leichte Volumenreduktion. Die Monotherapie mit Jodid oder Levothyroxin hatte keinen solchen Effekt. Welches Vorgehen sich als das beste erweist, wird zurzeit in einer großen prospektiven Studie mit 1000 Teilnehmern geprüft.

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