Abspecken durch Sport hält die Knochen stabil

ST. LOUIS (ikr). Kollegen, die ihren übergewichtigen Patienten nicht allein zu Kalorienreduktion, sondern auch zu Sport raten, tun gut daran. Denn dadurch lässt sich nicht nur erfolgreich abspecken, sondern Sport hält auch die Knochen stabil. Das haben jetzt aktuelle Studiendaten belegt.

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In der US-Studie nahmen 48 übergewichtige Erwachsene ein Jahr lang an verschiedenen Programmen zur Gewichtsabnahme teil (Arch Intern Med 166, 2006, 2502). Die Patienten versuchten entweder nur durch Kalorienreduktion (im Mittel 382 kcal/d) oder nur durch Sport (etwa sechs Stunden Joggen pro Woche) abzunehmen. Patienten einer dritten Gruppe (Kontrollgruppe) wurden lediglich über einen gesunden Lebensstil aufgeklärt. Gesunder Lebensstil bedeutete gesunde Ernährung, etwa mit Mischkost, und regelmäßige Bewegung.

Die Bilanz nach einem Jahr: Durch Kalorienreduktion und Sport konnte ähnlich effektiv das Gewicht reduziert werden. Mit Sport hatten die Patienten im Mittel 6,7 kg und mit Kalorienreduktion 8,2 kg an Gewicht verloren. Bei den Patienten aus der Kontrollgruppe änderte sich nicht viel am Gewicht. Sie hatten im Durchschnitt nur 0,9 kg abgenommen.

Die Methode der Gewichtsabnahme hatte jedoch einen wesentlichen Einfluss auf die Knochen: Mit Kalorienreduktion verringerte sich die Knochendichte an Stellen, wo häufig osteoporotische Frakturen auftreten, signifikant stärker als in der Kontroll-Gruppe. An der Hüfte etwa verloren die Patienten mit Kalorienreduktion im Mittel zwei Prozent an Knochenmasse, mit gesunder Ernährung und Bewegung hingegen nur ein Prozent. Nur mit Sport veränderte sich die Knochendichte kaum im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Das Team um Dr. Dennis T. Villareal aus St. Louis in den USA rät daher, dass besonders Patienten, die bereits eine geringe Knochendichte oder gar schon eine Osteoporose haben, nicht allein durch Gewichtsreduktion abspecken sollten. Für diese Patienten empfehlen die Ärzte möglichst eine Kombination mit Sport.

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