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Abspecken mit Sibutramin - das klappt auch bei KHK und Diabetes

BUDAPEST (CV). In den ersten sechs Wochen nach Sibutramin-Einnahme nehmen Diabetiker und KHK-Patienten sowohl an Gewicht als auch an Bauchumfang ab. Gleichzeitig sinkt der Blutdruck. Die Herzfrequenz nimmt nur geringfügig zu. Darauf weisen erste Daten der SCOUT*-Studie hin.

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In der SCOUT-Studie werden die Effekte des Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Sibutramin (Reductil®) erstmals in einer groß angelegten Endpunktstudie untersucht. Dass der Wirkstoff bei adipösen Patienten günstige Effekte auf das Körpergewicht sowie auf zusätzliche Risikofaktoren hat, sei bereits in früheren Studien dokumentiert, hat Professor Walmir F. Coutinho aus Rio de Janeiro berichtet.

Unklar war jedoch bisher, wie sich das auf die kardiovaskuläre Ereignisrate auswirkt. Primäre Endpunkte der SCOUT-Studie sind deshalb Herzinfarkte, Schlaganfälle und plötzlicher Herztod, so Coutinho bei einem Symposium von Abbott beim Adipositas-Kongress in Budapest.

Wirkstoff wird bei Patienten mit hohem Risiko geprüft

In die Multicenter-Studie aufgenommen wurden mehr als 11 000 Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung oder Diabetes oder mit beiden Erkrankungen gleichzeitig. Sibutramin wird also bei Hochrisiko-Patienten geprüft, bei denen der Wirkstoff bislang als kontraindiziert galt.

Vor diesem Hintergrund sind die ersten Daten der initialen Studienphase, in der alle Patienten 10 mg Sibutramin täglich erhielten, äußerst günstig: "In diesem nicht verblindeten Sechs-Wochen-Zeitraum nahm das Körpergewicht der Studienteilnehmer im Mittel um 2,2 kg ab, und der Bauchumfang ging um 2 cm zurück", sagte Coutinho. Parallel dazu sank der Blutdruck signifikant: systolisch um 3 mm Hg, diastolisch um 1 mmHg. Die Herzfrequenz stieg leicht - um durchschnittlich 1,5 Schläge pro Minute, so Coutinho.

"Bislang hat es keine Hinweise auf Sicherheitsbedenken in der Studie gegeben", sagte dazu Professor Ian Caterson aus Sydney, einer der Studienleiter. Das sei bemerkenswert, da Hochrisiko-Patienten behandelt werden, bei denen es nur wenig Erfahrung zur Therapie mit Sibutramin gibt.

Nur selten Steigerungen der Herzfrequenz

Die mangelnde Erfahrung mit Sibutramin bei Hochrisikopatienten sei einer der Gründe dafür gewesen, dass der Studie eine sechswöchige nicht verblindete Therapiephase vorgeschaltet wurde. "Wir hatten in dieser Zeit mit einer Dropout-Rate von 25 Prozent wegen Blutdruck- oder Herzfrequenzsteigerungen gerechnet", so Caterson. Tatsächlich traten solche Probleme aber nur bei 2,6 Prozent der Studienteilnehmer auf.

Die registrierte Blutdrucksenkung lässt nach Catersons Angaben auf weitere günstige Effekte hoffen und insgesamt auf eine deutlich erniedrigte kardiovaskuläre Morbiditätsrate, möglicherweise auch auf eine reduzierte Sterberate.

* Das Studienkürzel SCOUT steht für: Sibutramin Cardiovascular Outcome Trial



STICHWORT

SCOUT-Studie

Frage: Reduziert eine Sibutramin-Therapie die Zahl von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herztod?

Methode: Multicenter-Studie mit 11 000 Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung oder Diabetes oder beidem. Medikation: 10 mg Sibutramin täglich. Beginn sechs Wochen unverblindet.

Ergebnis: Reduktion von Gewicht um 2,2 kg, Bauchumfang um 2 cm und RR systolisch um 3 mmHg. (eb)

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