Hepatitis C

Abwarten ist ohne Nachteile möglich

Veröffentlicht:

HANNOVER. Bevor eine Hepatitis-C-Therapie begonnen wird, kann man ohne Nachteile erst für einige Monate prüfen, ob der Körper das Virus spontan eliminiert, teilt die Medizinische Hochschule Hannover mit.

Das Abwarten könne Nebenwirkungen ersparen und Arzneikosten senken. Voraussetzung sei eine sorgfältige Überwachung. Nach einer Studie mit 132 Teilnehmern waren mehr als 90 Prozent der sofort Behandelten anschließend gesund, und ebensoviele, die nach zwölf Wochen das Virus noch hatten und dann eine Kombinationstherapie erhielten.

21 Prozent dieser Patienten brauchten die Therapie nicht, da ihr Körper das Virus selbst erfolgreich bekämpft hatte (Lancet Infect Dis 2013, online 22. März).

Die Wissenschaftler hatten Patienten, die eine akute Hepatitis C-Virusinfektion hatten, in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe behandelten sie umgehend 24 Wochen lang mit "pegyliertem Interferon alfa-2b".

Bei den Patienten der zweiten Gruppe kontrollierten sie regelmäßig, ob sie das Hepatitis C-Virus noch in sich trugen. Die Patienten, bei denen die Infektion nach zwölf Wochen noch vorhanden war, erhielten ebenfalls 24 Wochen lang dieses Interferon - und zusätzlich das Medikament Ribavirin, damit die Krankheit nicht chronisch wird.

Eine dritte Gruppe von Patienten, die eine so genannte asymptomatische akute Hepatitis C-Virusinfektion hatten, erhielten alle eine sofortige Therapie. Dies waren zum Beispiel Angehörige medizinischer Berufe, die sich über eine Nadelstichverletzung infiziert hatten.

"Auch bei der verzögerten Kombinationstherapie stehen die Chancen also sehr gut, das Virus dauerhaft zu eliminieren", erklärt Professor Michael Manns von der MHH.

"Die Entscheidung, welches der beste Weg ist, muss der Arzt für jeden Patienten individuell treffen. Voraussetzung für das Abwarten ist, dass sich der Patient regelmäßig testen lässt und vor allem, dass er die Behandlung, wenn sie denn notwendig wird, auch konsequent durchführt", ergänzt Professor Heiner Wedemeyer.

Hepatitis C kann zu schweren Leberschädigungen und zu Krebs führen. Weltweit sind 130 bis 180 Millionen Menschen von chronischer Hepatitis C betroffen. Das Virus wird durch Blut übertragen. (eb)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Druck entweicht: Wirtschaftlichkeitsprüfungen sind ein Schreckgespenst für Arztpraxen. Doch das Risiko für Arzneimittel-Regeresse scheint mittlerweile gering.

© HappyRichStudio / stock.adobe.com

Der Druck ist raus

Arzneimittel-Regresse treffen weniger, als man denkt

Schmerzen im Thoraxbereich: Bei einem jungen Mann wurden einige Monate nach einer Akupunkturbehandlung außer einer Perikarditis nadelartige Konstrukte im Herzen gefunden.

© staras / stock.adobe.com

Akute Perikarditis

Akupunktur brachte jungen Mann auf die Intensivstation