Wirbelsäulen-Op

Ältere profitieren von schonender Op

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FRANKFURT/MAIN. Dank neuer Op-Techniken können immer häufiger auch ältere Menschen mit einer Erkrankung der Wirbelsäule erfolgreich behandelt werden.

"Die moderne Medizintechnik und neue, schonende Verfahren bei operativen Eingriffen hat die Wirbelsäulenchirurgie verändert. Insbesondere die operative Belastung und das Komplikationsrisiko für die Patienten konnte erheblich verringert werden", wird Dr. Daniel Rosenthal, Präsident der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG), in einer Mitteilung zum 8. Jahreskongress der DWG zitiert.

"Davon profitieren in besonderem Maße ältere Patienten, bei denen mittlerweile auch komplexe Krankheitsbilder wie komplizierte Frakturen der Wirbelkörper oder ausgedehnte Verschleißerscheinungen schonender operativ behandelt werden können."

An dem Expertentreffen zu Wirbelsäulenerkrankungen, das vom 5. bis 7. Dezember 2013 im Congress Center Messe Frankfurt stattfindet und zu den größten in Europa zählt, nehmen rund 1.500 Mediziner und Wissenschaftler teil.

Schwerpunkthemen sind neben Wirbelsäulenerkrankungen bei älteren Menschen die konservative Therapie, Wirbelsäulenverkrümmungen, neue Operationstechniken sowie Infektionen. Mit rund 1300 Mitgliedern ist die DWG die größte europäische Wirbelsäulengesellschaft.

Die Entwicklung hin zu schonenden Eingriffen hat zu einer Verschiebung in der Altersstruktur geführt. So ist der Anteil älterer Patienten deutlich angestiegen. Häufige Diagnosen in dieser Altersgruppe sind Osteoporose bedingte Wirbelsäulenfrakturen und Verschleißerscheinungen, die zu einer starken Beeinträchtigung der Mobilität und chronischen Schmerzzuständen führen können.

Insbesondere bei Schmerzen durch Verschleißerscheinungen wie Bandscheibenvorfälle oder Nerveneinengungen sollten vor einer Operation allerdings die Möglichkeiten einer konservativen Therapie ausgeschöpft werden.

"Erst wenn über einen Zeitraum von wenigstens 6 Wochen eine medikamentöse Schmerztherapie, physiotherapeutische Behandlungen und andere Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden", so Rosenthal.

Die Erfolgsquote bei operativen Behandlungen wie einer Spinalkanalstenose liegt bei etwa 80 Prozent. "Bei dieser Erkrankung haben die Patienten teilweise erhebliche Schmerzen. Einem Großteil von ihnen können wir mit einem schonenden Eingriff eine Schmerzlinderung um etwa 50 Prozent oder mehr verschaffen", betont der Neurochirurg.

"Das ist ein großer Gewinn. Deutlich weniger oder fast gar keine Schmerzen mehr zu haben verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, insbesondere älteren Menschen wieder zu mehr körperlicher Aktivität zu verhelfen."

Positive Entwicklungen gebe es auch in puncto Behandlungsdauer. So ist die Dauer des Klinikaufenthaltes nach Wirbelsäulen-Op in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Im Wesentlichen sei dies auf die geringere Belastung der Patienten durch operative Eingriffe zurückzuführen, meldet die DWG.

Während die Verweildauer in der Klinik nach einer Wirbelsäulen-Op früher bei rund zwei Wochen lag, seien es heute bei einem vergleichbaren Eingriff nur noch drei bis fünf Tage. Gewebeschonende Op-Methoden verringern das Infektionsrisiko, begünstigen den Heilungsprozess und ermöglichen somit eine deutlich schnellere Mobilisierung. (eb)

Weitere Informationen zum Kongress: www.dwg-kongress.de

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