Sachsen

Ärztin in Sachsen soll massenweise falsche Corona-Atteste ausgestellt haben

In Zusammenarbeit mit Heilpraktikern und Bestattungsinstituten soll eine Ärztin aus Sachsen Corona-Gefälligkeitsatteste ausgestellt und sich damit um 60.000 Euro bereichert haben, so die Polizei.

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Dresden. Die Dresdner Polizei ermittelt nach Angaben vom Freitag gegen eine in Sachsen ansässige Ärztin – der Vorwurf lautet, seit Beginn der Corona-Pandemie gewerbsmäßig Gefälligkeitsatteste ausgestellt zu haben. In den Attesten soll dem jeweiligen Patienten pauschal bescheinigt worden sein, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kontraindiziert sei, ein unbegrenztes Impfverbot jeglicher Art bestehe oder aus medizinischen Gründen COVID-19-Testungen nur über den Speichel möglich seien. Die Beschuldigte soll dadurch Einnahmen in Höhe von mindestens 60.000 Euro erzielt haben.

Die Polizei gehe davon aus, dass die Beschuldigte in mehreren Bundesländern agiert habe. Hierbei soll die Ärztin Sammeltermine durchgeführt haben, bei denen sie auf Bestellung einer Vielzahl von Interessenten Gefälligkeitsatteste im Minutentakt gegen Zahlungen in Höhe von mindestens 25 Euro pro Attest ausgehändigt habe. Diese Termine seien in Zusammenarbeit mit Heilpraktikern und zum Teil auch mit Bestattungshäusern organisiert worden sein. Diese sollen der Frau gegen Gewinnbeteiligung nicht nur ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern auch zuvor die Organisation der Termine und die Weiterleitung der Bestellungen übernommen haben. Wegen des Umfangs der Tatvorwürfe habe die Polizeidirektion Dresden die Ermittlungsgruppe „Atteste“ gegründet.

Am Donnerstag seien Durchsuchungsbeschlüsse für 84 Objekte vollstreckt worden, 71 davon in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittelt werde auch gegen vier Bedienstete der Polizei Sachsen, die sich unrichtige Atteste hätten ausstellen lassen. (sve)

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