Aggressive Blutzuckersenkung: günstig fürs Hirn?

ESSEN (eb). Eine aggressive Blutzuckersenkung bei Typ-2-Diabetes bremst signifikant die Abnahme des Hirnvolumens, aber nicht die Verschlechterung kognitiver Funktionen. Das ergab die MIND-Studie, eine Unterstudie der ACCORD-Studie.

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An der ACCORD-Studie nahmen 2977 Patienten im mittleren Alter von 62,5 Jahren mit HbA1c-Konzentrationen über 7,5 Prozent teil. 1469 erhielten eine aggressive Blutzuckersenkung mit Ziel-HbA1c unter 6 Prozent. 1508 Patienten erhielten eine Standardtherapie mit HbA1c zwischen 7 und 7,9 Prozent.

Im Verlauf von 40 Monaten nahmen die Werte im DSST-, STROOP- und MMSE-Test ab, und zwar bei beiden Gruppen im selben Ausmaß. Die Abnahme des mittleren Hirnvolumens in der Kernspintomographie war mit aggressiver Therapie allerdings signifikant reduziert.

Die ACCORD-Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da mit der aggressiven Therapie die Sterblichkeit erhöht war.

Daher ist die Beobachtungszeit in der MIND-Studie zu kurz, um Rückschlüsse auf kognitive Funktionen zuzulassen, schreibt Professor Hans-Christoph Diener aus Essen in einem Kommentar.

Wegweisend sei allerdings die Tatsache, dass die Abnahme des Hirnvolumens bei aggressiv behandelten Patienten geringer war (InFo Neurologie & Psychiatrie 2012; 14 (2): 28).

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