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Analkarzinome durch Papilloma-Viren nehmen zu

MÜNCHEN (wst). Onkogene humane Papillomaviren (HPV) sind zunehmend bedeutsam bei der Entstehung von Analkarzinomen bei Männern und Frauen. Vor allem HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben, sind betroffen. Trotz der Erfolge der HIV-Therapie nimmt die Zahl der Männer mit Analkarzinom zu.

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Mit einer Inzidenz von 1 zu 100 000 ist das Analkarzinom in der erwachsenen heterosexuellen männlichen Bevölkerung eher selten, wie Professor Herbert Pfister von der Universität zu Köln sagt. Aufgrund der Kombination der zwei entscheidenden Risikofaktoren "häufig wechselnder rezeptiver Analverkehr" und "verminderte Immunkompetenz" sind, wie berichtet, HIV-positive homosexuelle Männer überproportional betroffen.

Seit 1996 ist trotz HAART (hochaktive antiretrovirale Therapie) die Häufigkeit der jährlichen Analkarzinom-Neuerkrankung in diesem Kollektiv nicht gesunken, sondern von 35 auf über 90 pro 100 000 gestiegen. Darauf wies Pfister bei der 2. Münchner Aids-Werkstatt hin.

HIV-positive homosexuelle Männer haben damit ein etwa sieben Mal so hohes Risiko, an einem HPV-induzierten Analkarzinom zu erkranken wie Frauen an einem durch die gleichen HPV-Typen hervorgerufenen Zervix-Ca. Jährliche Vorsorge-Untersuchungen auf anale und auch penile Dysplasien oder persistierende lokale HPV-Infektionen sollten deshalb vor allem bei homosexuellen HIV-positiven Männern selbstverständlich sein, forderte Pfister.

Grund für den Anstieg der Zahl der Patienten mit Analkarzinom ist wohl, dass HIV-Infizierte unter der modernen antiretroviralen Therapie länger leben und damit Zeit für die Entwicklung von der persistierenden HPV-Infektion bis zum manifesten Analkarzinom zur Verfügung steht.

Werden bei Vorsorgeuntersuchungen von Männern HPV-assoziierte anale intraepitheliale Neoplasien (AIN) als potenzielle Vorstufe eines Analkarzinoms gefunden, ist die Lokaltherapie mit dem Immunmodulator Imiquimod sicher und effektiv. Die HPV-Menge wird damit langfristig minimiert und so die Progression der virusbedingten Zellveränderungen zum Malignom gestoppt.

Da HPV 16 der häufigste potenzielle Auslöser eines Analkarzinoms ist und er durch Impfstoffe abgedeckt wird, die Frauen vor einem Zervix-Ca schützen, besteht Hoffnung, dass eine solche frühzeitige Impfung auch dem Anal-Ca bei Männern mit erhöhtem Risiko vorbeugt, meint Pfister. Studien dazu stehen noch aus.

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