Telomer-Verlängerung

Ansatz für präzise Therapie bei Neuroblastom

Forscher haben einen Hinweis darauf gefunden, warum Neuroblastome oft unterschiedliche Verlaufsformen aufweisen.

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KÖLN. Teils bilden sich Neuroblastome ja ohne jegliche Therapie komplett zurück, bei anderen Patienten jedoch schreiten sie trotz hochintensiver Therapie voran. In einer Studie haben Forscher der Uniklinik Köln gemeinsam mit Kollegen die genetischen Ursachen der unterschiedlichen Verlaufsformen untersucht (Science 2018; 362(6419):1165-1170).

Bei der Entschlüsselung der Erbinformation der Krebszellen entdeckten Dr. Sandra Ackermann und ihre Kollegen Veränderungen in Genen des RAS- und des p53-Krebssignalwegs in etwa 18 Prozent der Fälle. Diese Veränderungen waren insgesamt mit einem ungünstigen Krankheitsverlauf assoziiert, jedoch ließ sich bei einigen Patienten mit derartigen Mutationen auch eine spontane Rückbildung des Tumors nachweisen.

Die Forscher fanden aber heraus, dass Neuroblastome nur dann aggressiv wachsen, wenn Telomer-Verlängerungsmechanismen vorliegen. „Sind darüber hinaus noch zusätzliche Mutationen in Krebssignalwegen vorhanden, so ist der Krankheitsverlauf besonders ungünstig, und die meisten der betroffenen Kinder können mit heutigen Behandlungs-Schemata nicht geheilt werden. Fehlen jedoch Verlängerungsmechanismen, kommt es regelmäßig zu spontanen Rückbildungen des Tumors“, wird Erstautorin Ackermann in einer Mitteilung der Uni zitiert.

Mithilfe der genetischen Informationen sei es beim Neuroblastom nun möglich, den Krankheitsverlauf der Patienten präzise vorherzusagen und die Therapie entsprechend anzupassen. Darüber hinaus liefern die Ergebnisse Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Behandlungs-Strategien für Patienten mit einer besonders ungünstigen Prognose: Die gezielte Hemmung von Krebssignalwegen und Telomer-Verlängerungsmechanismen könnte bei diesen Kindern einen vielversprechenden neuen Therapieansatz darstellen. (eb)

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