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Registerdaten analysiert

Anstrengende Bewegung schützt das Herz am besten

Ein- bis zweimal pro Woche für mindestens 20 Minuten durch Bewegung außer Puste geraten – das schützt das Herz besser als gemütliche Spaziergänge.

Von Susanne Kressenstein Veröffentlicht:

Ferrara. Das CLARIFY-Register ist die bislang größte internationale Langzeitstudie bei Patienten mit stabiler KHK. Ausgewertet wurde jetzt das Bewegungsverhalten von den über 32 000 klinisch stabilen KHK-Patienten aus 45 Ländern und in Bezug zu den Überlebensraten gesetzt (Eur J Prev Cardiol. 2019; online 26. September).

Die Teilnehmer hatten alle entweder einen Herzinfarkt oder eine kardiale Revaskularisierung hinter sich sowie koronare Ischämien oder angiografisch gesicherte Koronarverengungen mit einem Stenosegrad über 50 Prozent. Die Nachbeobachtungszeit lag bei fünf Jahren, teilt die European Society of Cardiology (ESC) mit.

Die Herzpatienten wurden in vier Gruppen eingeteilt: Die Patienten in Gruppe 1 bewegten sich laut eigenen Angaben kaum (16 Prozent). Teilnehmer der Gruppe 2 bewegten sich körperlich eher leicht und ohne größere Anstrengung (51 Prozent), diejenigen der Gruppe 3 bewegten sich ein- bis zweimal pro Woche mindestens 20 Minuten lang körperlich bis hin zu Kurzatmigkeit und erhöhter Herzfrequenz (17 Prozent) und die der Gruppe 4 dreimal oder noch öfter pro Woche (16 Prozent).

Primärer Endpunkt war Tod aufgrund von kardiovaskulären Ereignissen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer der Gruppe 3 und 4 am besten geschützt waren. Ihre Todesrate lag insgesamt um rund 20 Prozent unter der der Teilnehmer der beiden anderen Gruppen. Insgesamt starben über 2800 Patienten (8,6 Prozent) im Nachbeobachtungszeitraum. Die Hazard Ratio der Teilnehmer der Gruppe 3 lag im Vergleich zu denen der Gruppe 2 bei 0,82 (95% CI 0,71 bis 0,93).

Drei oder mehrmals Sport pro Woche brachte keinen weiteren Benefit. In der Gruppe 1 war die Sterberate am höchsten (HR 1,32). Interessanterweise war laut den vorliegenden Ergebnissen der Tod durch Herzinfarkt jedoch nicht durch körperliche Aktivität zu beeinflussen.

Die Autorin der Studie Dr. Simone Biscaglia von der Universität in Ferrara, Italien dazu: „Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit sollten tunlichst vermeiden, den größten Teil des Tages zu sitzen. Ihr Ziel sollte es sein, jede Woche zu trainieren“. Es gehe nicht darum möglichst schweißtreibenden Sport zu machen: „Ein bis zwei Mal die Woche so schnell gehen oder laufen, dass der Atem kürzer wird und die Herzfrequenz sich erhöht, reicht völlig aus.“

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