Direkt zum Inhaltsbereich

Antibiotikum im Trinkhalm vereinfacht Therapie

MAINZ (cin). Antibiotika-Einnahme bei Kindern ist meist ein Problem: Schmecken Säfte bitter, verweigern Kinder die Einnahme. Außerdem ist die Zubereitung oft kompliziert, und das führt zu Fehldosierungen. Eine Lösung bietet ein neuer Trinkhalm mit Antibiotika-Pellets im Inneren, sagt Professor Dieter Adam von der Uni München.

Veröffentlicht:

Im Trinkhalm ClaroSIP® befindet sich Clarithromycin, erläuterte Adam auf der 102. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz. Es gibt Trinkhalme mit drei unterschiedlichen Dosierungen. Dadurch entfalle das Problem der Fehldosierung.

Das Medikament ist in Pellets enthalten, die zusammen mit einem beliebigen Getränk aufgesaugt werden. Mit dem ersten Saugen werden die im Inneren des Trinkhalms befindlichen Antibiotika-Pellets aufgenommen - vom Kind meist unbemerkt. Die Pellets seien geschmacksneutral und könnten von den Kindern mit dem Lieblingsgetränk eingenommen werden, sagte Adam auf dem von Grünenthal unterstützten Symposium.

Lediglich Getränke mit Temperaturen über 40°C oder mit Fruchtfleisch seien ungeeignet. Beim Trinken bewegt sich ein Kontroller am Boden des Halms mit den Pellets nach oben und ist ein Indikator für die vollständige Einnahme. Für die Trinkhalme ist keine Kühlung notwendig.

Daß antibiotikahaltige, kindgerechte Trinkhalme die Compliance bessern, belegen die Ergebnisse der DoSE-iT-Studie, wie der Pädiater Adam sagte. In die Studie wurden 263 Kindern zwischen zwei und zwölf Jahren aufgenommen. Sie hatten Tonsillitis, Pharyngitis, akute Otitis media oder Bronchitis. Die Antibiotika-Therapie wurde entweder mit Trinkhalmen oder als Saft verabreicht. Die Behandlungsdauer betrug sieben bis zehn Tage.

Die Ergebnisse von Patiententagebüchern, -fragebögen und Medikamentenzählung ergaben: Die Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme lag mit dem Trinkhalm bei 85 Prozent, mit einem Antibiotikum-Saft bei 61 Prozent. Zudem wurde die Einnahme mit dem Halm signifikant einfacher empfunden als beim Saft.

Rein rechnerisch erhielt in Deutschland 2001 jedes Kind bis zum Alter von zehn Jahren eine einwöchige Antibiotika-Therapie. Trinkhalme mit weiteren Antibiotika werden derzeit entwickelt. Zudem sind solche Trinkhalme auch eine Option für alte Menschen, wie Adam sagte.

Weitere Infos im Bereich für Fachkreise auf www.grunenthal.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Global-Burden-of-Disease-Erhebung

Weltweit immer mehr Fälle von Anorexie und Bulimie

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© FOMF

Forum für medizinische Fortbildung

Eviplex: KI-gestützte Recherche speziell für den medizinischen Alltag

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Lesetipps
Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt