Phase-I-Studie

Antikörper sollen Leukämie-Krebszellen eliminieren

Wissenschaftler am Tübinger Universitätsklinikum haben eine klinische Phase-I-Studie begonnen. Ihr Ziel: Mit einem im Klinikum selbst entwickelten Antikörper die häufigste akute Leukämie bei Erwachsenen zu heilen.

Veröffentlicht:
Akute myeloische Leukämie (AML): Erythrozyten und Krebszellen in einer Vene.

Akute myeloische Leukämie (AML): Erythrozyten und Krebszellen in einer Vene.

© Sebastian Schreiter / Springer Medizin Verlag GmbH

TÜBINGEN Eine Akute Myeloische Leukämie (AML) kann mit gegenwärtig verfügbaren Therapien häufig erfolgreich zurückgedrängt werden. Dabei werden jedoch meist nicht alle Krebszellen eliminiert. Deshalb kehrt die Erkrankung oft wieder und hat dann eine sehr schlechte Prognose.

Die Wissenschaftler aus Tübingen suchen daher nach einer Möglichkeit, diese Form von Blutkrebs mit einem neuartigen Antikörper – dem Fc-optimierten FLT3-Antikörper – zu heilen. In der Phase-I-Studie wird nun zunächst die Sicherheit und Effektivität des Antikörpers überprüft, wie die Universitätsklinik Tübingen mitteilt. Eingeschlossen werden Patienten mit NPM1-mutierter AML, die sich nach frei wählbarer Therapie in einer hämatologischen Komplettremission befinden, bei denen jedoch eine minimale Resterkrankung nachweisbar ist.

Bei Erfüllung der Einschlusskriterien erhalten die Studienteilnehmer dann – nach einer Standardbehandlung – die Antikörper einmalig während eines maximal dreitägigen stationären Aufenthaltes. Der Antikörper soll dann nach Information des Universitätsklinikums jene Leukämiezellen markieren, die nach zunächst scheinbar erfolgreicher Chemotherapie im Körper verbleiben. Diese könnten dann von den körpereigenen Abwehrzellen erkannt und gezielt abgetötet.

"Mit diesem innovativen Immuntherapieansatz wollen wir das Abwehrsystem des Patienten gezielt aktivieren. Wir hoffen, die Erkrankung damit heilen zu können und schwere Nebenwirkungen, wie sie nach einer Transplantation von Spender-Stammzellen auftreten können, zu vermeiden", so Professor Dr. Helmut Salih, Leiter der klinischen Prüfung.

Ärzte können sich per E-Mail oder Tel. 07071 29-83275 über eine mögliche Studienteilnahme ihrer Patienten informieren. (run)

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