Rheuma

Antikörperfragment gegen TNFα soll noch dieses Jahr zugelassen werden

Indikation von Certolizumab pegol wird die Therapie bei Rheumatoider Arthritis (RA)

Veröffentlicht:

KÖLN (sir). RA-Patienten, die schon früh auf eine Therapie mit Certolizumab pegol ansprechen, schneiden auch nach einem Jahr besser ab. Dies haben aktuelle Studiendaten gezeigt.

Das Biological ist ein humanisierter Antikörper, der auch zur Therapie von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Rheumatoider Arthritis (RA) eingesetzt werden soll. Er gehört zur Klasse der TNFα-Hemmer, besitzt aber kein Fc-Fragment. Dafür wurde das Fab-Fragment mit Polyethylenglykol verbunden - pegyliert -, was die Halbwertzeit des Wirkstoffes erhöht. Erwartet wird von dem so designten kleinen Antikörper eine gute Gewebegängigkeit und Wirkung in der Tiefe der Gelenke. Die EU-Zulassung wird noch im vierten Quartal 2009 erwartet.

In den Zulassungsstudien RAPID 1 und RAPID 2 hatten etwa 1500 RA-Patienten 200 oder 400 mg Certolizumab pegol oder Placebo plus Methotrexat erhalten. Dabei konnte der Antikörper die Ansprechraten nach den Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) signifikant verbessern und die radiologische Progression der Erkrankung fast zum Stillstand bringen. So hatte sich der modifizierte Total Sharp Score (mTSS, 0 bis 5 Punkte) nach zwölf Monaten mit Placebo um 2,8 Punkte, mit Certolizumab pegol dagegen nur um 0,4 Punkte (200 mg) bzw. 0,2 Punkte (400 mg) verschlechtert.

Privatdozentin Andrea Rubbert-Roth aus Köln präsentierte eine Subgruppenauswertung, in der "Frühresponder" und "Spätresponder" einander gegenübergestellt wurden: Patienten, die schon nach sechs Wochen eine DAS28*-Verbesserung um mindestens 1,2 Punkte erreicht hatten, waren nach einem Jahr in allen ACR-Kriterien jenen signifikant überlegen, die erst nach zwölf Wochen auf die Therapie ansprachen. Wenn ein Patient allerdings auch nach zwölf Wochen noch nicht auf den Wirkstoff anspricht, würde Rubbert-Roth das Präparat wechseln.

*Disease activity score, 0 bis 10 Punkte

Mehr zum Thema

Kasuistik

Suspekte Arthralgie: Mit DMARD intervenieren oder abwarten?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bei aggressiven Patienten hilft nur Deeskalation: Dabei sollten die MFA ruhig, aber bestimmt Grenzen setzen.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps

Die richtige Kommunikation mit schwierigen Patienten

Die Gesundheitsministerkonferenz will mehr Gelegenheiten für das Corona-Impfen schaffen – so auch in Apotheken.

© ABDA

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken

Trauer über den Verlust des Babys: 0,62 Prozent der Klinikgebärenden ohne COVID-19 hatten in den USA von März 2020 bis September 2021 eine Totgeburt. Bei Gebärenden mit COVID waren es 1,26 Prozent. (Symbolbild mit Fotomodell)

© thodonal / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Was CureVacs Corona-Impfstoff von BioNTechs unterscheidet