Kommentar – Masern-Elimination

Armer Nationaler Aktionsplan

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 30.11.2018, 19:12 Uhr

Nachdem 2015 die anvisierte Elimination von Masern und Röteln in Deutschland zum zweiten Mal verfehlt und auf 2020 verschoben worden war, hatten Bund, Länder und Gesundheitsexperten einen „Nationalen Aktionsplan 2015–2020“ zusammengestellt. Enthalten sind sechs konkrete und messbare Ziele. Diese reichen von einer Image-Verbesserung des Impfschutzes, über Mindest-Impfquoten bei Klein- und Schulkindern sowie einer ausreichenden Immunität bei Erwachsenen bis hin zu einer Steigerung des Anteils laborbestätigter Fälle und zu einer Verbesserung des Ausbruchsmanagements. Drei Jahre nach Start des Plans stellt die Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln (NAVKO) nun fest, dass keines der gesteckten Ziele bisher (voll) erreicht wurde und es bei den meisten Punkten kaum Fortschritte gegeben hat.

Die Kommission fordert daher mit Recht ein personell und finanziell stärkeres Engagement aller Beteiligten am Impfwesen. Besonders die Bundesländer sind hier in der Pflicht. Ohne verstärktes Engagement wird Deutschland in zwei Jahren zum dritten Male das Elimination-Ziel in der WHO-Region Europa verfehlen. Das hieße auch, dass wir weiter von der WHO als „high priority country“ bei Masern und Röteln eingeordnet werden, so die NAVKO.

Lesen Sie dazu auch: WHO in Sorge: Masern – 30 Prozent mehr Fälle im Jahr 2017

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