Mamma-Karzinom

Aromatasehemmer schont die Knochen

BERLIN (grue). Eine adjuvante Brustkrebstherapie mit dem Aromatasehemmer Exemestan hält die Knochen über Jahre stabil. Osteoporose und Frakturen werden während der Behandlung nicht häufiger diagnostiziert als mit Tamoxifen.

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Auf dieses Ergebnis der IES-Studie (Intergroup Exemestane Study) hat Privatdozent Dr. Peyman Hadji aus Marburg bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in Berlin hingewiesen. Teilgenommen haben fast 5000 Frauen in der Postmenopause nach Brustkrebs-Op.

Sie wurden für fünf Jahre adjuvant hormonell behandelt, entweder durchgehend mit Tamoxifen oder erst mit Tamoxifen und dann mit Exemestan (Aromasin®). Die Umstellung auf den Aromatasehemmer erfolgte nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen-Therapie.

Die Sequenztherapie bietet einen Überlebensvorteil und ist besser verträglich als die Langzeiteinnahme von Tamoxifen, wie eine neue Auswertung der Studie ergeben hat (wir berichteten). Allerdings: Aromatasehemmer können den Knochenstoffwechsel ungünstig beeinflussen. Tatsächlich nahm mit Exemestan die Knochendichte im ersten Behandlungsjahr um zweieinhalb Prozent ab, danach verlief der Knochenmasseverlust ähnlich wie bei gesunden älteren Frauen.

"Das Risiko für Osteoporose und Frakturen war während der Sequenztherapie nicht signifikant höher als mit Tamoxifen", sagte Hadji. Erst 4,8 Jahre nach Umstellung auf Exemestan und damit lange nach Therapie-Ende gab es einen Unterschied in der Frakturrate: Mit dem Aromatasehemmer betrug sie sieben, mit dem osteoprotektiv wirkenden Tamoxifen fünf Prozent.

Mit dem steroidalen Exemestan bleiben die Knochen offenbar relativ lange stabil. Anders als nicht-steroidale Präparate könne dieser Aromatasehemmer den Knochenabbau durch Östrogenentzug teilweise wieder ausgleichen, sagte Hadji.

Dennoch sollten Frauen, die einen Aromatasehemmer einnehmen, regelmäßig ihre Knochendichte messen lassen. Fällt der T-Score (Standardabweichung von der Knochendichte eines jungen gesunden Erwachsenen) um mehr als 2,5, brauchen sie ein Bisphosphonat, sagte der Osteologe.

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