Direkt zum Inhaltsbereich

Asthma: bei Therapiebeginn klotzen statt kleckern!

BRÜSSEL (ikr). "Inhalierbare Kortikoide sind in der Asthma-Therapie unverzichtbar, obwohl die Compliance der Patienten nach wie vor schlecht ist", sagte Professor Tari Haahtela vom Universitätsklinikum Helsinki in Finnland. "Wir können die Patienten besser bei der Stange halten, wenn wir die Kortikoide gleich zu Beginn der Behandlung hoch dosieren und dadurch ihre gute Wirksamkeit demonstrieren", so der Allergologe.

Veröffentlicht:

Es gibt vor allem zwei Gründe, warum die inhalativen Kortikoide bei Asthma-Patienten meist nicht sehr hoch im Kurs stehen: Die Patienten fürchten die möglichen unerwünschten Wirkungen der Substanzen, die vor allem bei langfristiger Behandlung zu erwarten sind. Zudem gehören die Kortikoide nur zur Basistherapie bei Asthma.

Das heißt: Sobald die Symptome nach der Erstbehandlung ausreichend gemindert sind, ist - anders als bei den bronchodilatierenden Medikamenten - kein unmittelbarer Therapie-Effekt mehr zu spüren. Kortikoide dienen als antientzündliche Mittel praktisch nur noch dem Schutz vor einer weiteren Verschlechterung der Symptome.

"Wir müssen meist eine große Überzeugungsarbeit leisten, um die Patienten für eine anhaltende Therapietreue bei den inhalativen Kortikoiden zu gewinnen", sagte der finnische Kollege bei einer Veranstaltung von MSD in Brüssel.

Hilfreich hierbei sei es, gleich zu Beginn der Therapie zu klotzen statt zu kleckern. Haahtela plädiert wie viele andere Kollegen für das "Step-Down-Prinzip": Zunächst sollte - unabhängig vom Schweregrad des Asthmas - vier Wochen lang zweimal täglich mit 400 bis 800 µg eines inhalativen Kortikoids (ICS) behandelt werden. Werde die Krankheit dadurch ausreichend kontrolliert, sollte die Dosis auf zweimal täglich 200 bis 400 µg reduziert werden.

Kommt der Patient auch damit gut zurecht, könne nach drei Monaten weiter bis auf eine individuell ausreichende Dosierung verringert oder auf eine andere Substanz wie Montelukast (Singulair®) umgestellt werden, so Haahtela. Bei diesem Vorgehen würden die Asthma-Symptome mit hoher Wahrscheinlichkeit rasch und ausreichend gelindert, und die unerwünschten Wirkungen der ICS kämen aufgrund der nur kurzzeitigen Hochdosistherapie kaum zum tragen, sagte der Allergologe zur "Ärzte Zeitung".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Lesetipps
Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Schematische Darstellung der Lunge mit Bakterienbesiedlung.

© Working Moments / stock.adobe.com

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen