Atemwegskrankheiten

Atemmessung und Routenplaner in einem Gerät

HANNOVER (run.) Mit einem neu entwickelten digitalen Begleiter lässt sich die Atmung von Patienten unterwegs überwachen. Das dazugehörige Messsystem ist direkt in die Kleidung integriert. Das kleine Gerät kann gleichzeitig auch als Navigationsgerät genutzt werden.

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An der Entwicklung waren Forscher der Fraunhofer-Institute für Software- und Systemtechnik (ISST) und für integrierte Schaltungen (IIS) beteiligt. Mit dem Gerät wird im Wesentlichen die Ausdehnung von Brust und Bauch bei der Atmung erfasst, wie Herbert Siegert vom IIS in Erlangen erläutert.

Atembänder sind in ein Kleidungsstück integriert.

"Das ist ähnlich wie bei den Brustbändern, die in der Schlafmedizin genutzt werden, um zu ermitteln, wie schnell und wie stark ein Patient atmet", so Siegert zur "Ärzte Zeitung". Jetzt habe man diese Bänder als Messsystem RespiSENS direkt in ein Kleidungsstück integriert und zur Auswertung ein kleines tragbares Gerät entwickelt.

Das ganze funktioniert dann so: Die zickzackförmigen Leiterbahnen, die über Brust und Bauch in ein T-Shirt integriert sind, geben bei Dehnung ein elektrisches Signal ab. Die Rohdaten werden zu einem kleinen Modul geleitet, das sie aufnimmt, verarbeitet und die Informationen dann zu einem Handy oder PDA überträgt. Unterschreitet der Wert eine bestimmte, vorher festgelegte Größe, schlägt das System Alarm.

"Das Gerät ist besonders stromsparend und so klein, dass es in der Kleidung nicht stört", sagt Projektleiter Andreas Tobola. "Das Modul selbst ist nicht größer als ein Streichholzbriefchen, dazu kommt noch ein kleiner Akku zur Stromversorgung."

"Was jetzt noch fehlt, ist, die Muster aus Atemfrequenz und -amplitude mit klinischen Folgen zu verknüpfen, etwa um zu erkennen, wann ein Asthmaanfall droht", ergänzt Siegert.

Die Zukunft könnte dann so aussehen: Der digitale Begleiter dient als Navigationsgerät und informiert den Nutzer beim Radeln mit Videoclips über Sehenswürdigkeiten. Gleichzeitig kümmert er sich um gesundheitliche Bedürfnisse, wie Projektleiter Thomas Königsmann vom ISST berichtet. "Der PDA schlägt passende Touren vor und überwacht auf der Radwanderung die Atemwerte des Patienten." Abends könne ein Arzt die Daten auswerten und sich ein Bild über den gesundheitlichen Fortschritt des Patienten machen. Falls nötig, könne er aufgrund der Daten auch Medikamente neu dosieren.

Der digitale Patientenbegleiter und das Messsystem RespiSENS werden auf dem Fraunhofer-Stand der CeBIT in Halle 9, B36, vorgestellt.

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