Direkt zum Inhaltsbereich

Auch zehn Jahre nach Statin-Studie sind die Gefäße weiter geschützt

Veröffentlicht:

GLASGOW (ner). Statine bieten womöglich einen Langzeitschutz für Blutgefäße. Zehn Jahre nach Absetzen der Pravastatin-Therapie in der großen WOSCOP×-Studie waren bei den ehemals behandelten Patienten immer noch signifikant weniger kardiovaskuläre Ereignisse aufgetreten als in der Placebo-Gruppe.

Zehn Jahre nach Ende der Studie waren von den ehemaligen Patienten der Placebo-Gruppe 10,3 Prozent einen Herztod gestorben oder sie haben einen nicht-tödlichen Herzinfarkt erlitten, von den ehemaligen Verumpatienten waren es dagegen 8,6 Prozent. Das berichten Dr. Ian Ford von der Universität von Glasgow und seine Kollegen (NEJM 357, 2007, 1477).

Die kardiovaskulär bedingten Sterberaten lagen im gesamten Zeitraum der Analyse von 15 Jahren bei 9,0 versus 7,6 Prozent zugunsten des Lipidsenkers. Die Unterschiede waren statistisch signifikant. Eine erhöhte Sterberate in der Pravastatin-Gruppe wegen nichtkardialer Erkrankungen - besonders Krebs - stellten die Forscher nicht fest.

Ursprünglich hatten an der WOSCOP-Studie fast 6600 Männer im Durchschnittsalter von 55 Jahren mit hohen LDL-Spiegeln und ohne vorangegangenen Myokardinfarkt teilgenommen. Mit 40 mg Pravastatin sank der mittlere LDL-Wert von 192 mg/dl um 26 Prozent. Nach fünfjähriger Therapie hatten 5,5 Prozent einen nichttödlichen Herzinfarkt erlitten oder waren gestorben, unter Placebo dagegen 7,9 Prozent.

Nach Ende dieses Studienteils waren die Patienten in die Betreuung des Hausarztes gewechselt und die Studienmedikamente abgesetzt worden. Bei über 90 Prozent der Studienteilnehmer wurde der weitere medizinische Verlauf analysiert. In beiden Gruppen erhielten mehr als ein Drittel der Patienten vom Hausarzt Statine, mit knapp 39 Prozent waren das in der ehemaligen Pravastatin-Gruppe signifikant mehr als in der früheren Placebo-Gruppe (35 Prozent).

Der Unterschied könne aber die Ergebnisse der Langzeit-Untersuchung nicht erklären, meinen Ford und Kollegen. Hauptgrund für die positiven Effekte des Statins seien die Stabilisierung von Atherosklerose-Plaques durch das Medikament und eine Verlangsamung der koronaren Herzkrankheit.

×WOSCOPS - West of Scotland Coronary Prevention Study

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Cholesterin-Senkung so früh wie möglich!

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie Teamgeist eine Mannschaft beflügelt

Lesetipps
Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht

Eine bleibende Diskussion: Betablocker nach Herzinfarkt.

© Jakub Krechowicz / Stock.adobe.com

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht