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Auflösbares Implantat verschließt Septumdefekt

GÖTTINGEN (ner). Kinder mit angeborenem Vorhofseptum-Defekt werden an der Universitätsklinik Göttingen demnächst routinemäßig mit sich selbst auflösenden Implantaten versorgt. Damit soll das Risiko für Komplikationen, wie es aufgrund von Infektionen und Fremdkörperreaktionen besteht, verringert werden.

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Entwickelt wurde das Implantat von einer Arbeitsgruppe unter Leitung des Kinderkardiologen Dr. Christian Jux am Herzzentrum Göttingen in Kooperation mit dem US-amerikanischen Unternehmen NMT Medical aus Boston. Es handelt sich um einen kleinen Schirm, der über einen Zugang in der Leiste per Katheter in den Herzvorhof gebracht und dort im Scheidewand-Defekt entfaltet wird.

Mit diesem System können minimal-invasiv Defekte im Vorhofseptum mit einem Durchmesser von bis zu mehreren Zentimetern verschlossen werden. Erstmals ist dieses Implantat nun einem Patienten in Deutschland erfolgreich eingesetzt worden.

Wie Nahtmaterial wächst das Implantat ein und löst sich auf

"Vergleichbar mit einem sich selbst auflösenden Faden in chirurgischen Nähten löst sich das Implantat, nachdem es in der Herzscheidewand eingeheilt und von körpereigenem Gewebe komplett überdeckt ist, innerhalb von zwei Jahren zu beinahe 90 Prozent auf", sagt Jux.

Herkömmliche Implantate bestehen aus Metallrahmen und einer synthetischen Kunststoffbespannung. Sie bleiben lebenslang im Herzen und können etwa zu lokalen Entzündungs- und Fremdkörperreaktionen, teilweise auch Verkalkungen und Gewebewucherungen führen. Das resorbierbare Implantat soll dagegen das Infektionsrisiko mindern sowie Reibungsläsionen, Brüche und die Abscheidung von Thromben verhindern.

In einer britischen Studie mit 57 Erwachsenen habe sich das Implantat mit dem Namen BioSTAR® bereits bewährt, sagte Jux zur "Ärzte Zeitung". Einen Monat nach der Operation seien die Lücken in der Vorhofscheidewand bei 89 Prozent der Patienten vollständig geschlossen gewesen, nach sechs Monaten bei 97 Prozent.

Dies ist nach Jux’ Angaben mindestens vergleichbar mit den Therapieergebnissen bei permanenten Systemen. Dabei liegen die Komplettverschlußraten nach einem halben Jahr zwischen 65 und 90 Prozent. Das derzeit noch verwendete Metallgerüst für das neuartige Schirmsystem soll künftig durch sich selbst auflösende Kunststoffe ersetzt werden, so Jux.



STICHWORT

Kinder mit Herzfehler

Acht von 1000 Kindern in Deutschland kommen mit einem Herzfehler zur Welt. Das sind etwa 2000 Kinder pro Jahr. Die meisten haben Vorhofseptum-Defekte. Davon liegen 80 Prozent im zentralen Bereich der Vorhofscheidewand. Diagnostiziert werden die Defekte oft erst bei der Schuleingangsuntersuchung wegen eines pathologischen Herzgeräusches in der Auskultation. (ner)

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