Kommentar

Aus Fehlern gelernt

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Es ging dieses Mal sehr schnell: Noch keine zwei Wochen ist es her, seit erste Infektionen mit dem neuen Vogelgrippevirus H7N9 in China bekannt wurden, schon wissen wir sehr viel über den Erreger.

Dies zeigt: Einiges wurde nun richtig gemacht. Hatte China vor zehn Jahren den Ausbruch von Sars lange Zeit vertuscht und heruntergespielt, so haben die Behörden nun schnell reagiert und spielen weitgehend mit offenen Karten.

Chinesische Forscher haben das Genom der Viren in Rekordzeit sequenziert und die Ergebnisse online veröffentlicht. Die nationale Infektionsschutzbehörde publiziert fast täglich neue Zahlen zu Infizierten und Toten, Krankenhäuser wurden landesweit in Alarmbereitschaft versetzt und über 400 Labore im ganzen Land sind inzwischen in der Lage, das Virus rasch per PCR nachzuweisen.

Selbst die US-Behörde CDC lobt die Arbeit der Chinesen. Es scheint so, als hätte man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Richtig ist auch, dass sofort mit der Entwicklung von Saatviren für Impfstoffe begonnen wurde. In Europa gibt es als Reaktion auf H5N1 sogar schon zugelassene Mustervakzinen, die man für die schnelle Produktion eines Pandemie-Impfstoffs verwenden kann. Sollte das Virus also Übles vorhaben - die Menschheit ist dieses Mal gut gerüstet.

Lesen Sie dazu auch: Neue Vogelgrippe H7N9: Die Welt blickt besorgt nach China Neue Vogelgrippe: Erste Tote, aber keine Epidemie Kommentar zur Vogelgrippe: Aus Fehlern gelernt

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