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Ausgeprägte Hohlfüße können neurologische Ursache haben

Ausgeprägte Hohlfüße haben fast immer eine neurologische Ursache. Deswegen reicht die orthopädische Behandlung nicht aus, sondern es ist die Konsultation neurologischer Kollegen erforderlich.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

NEUMARKT. Darauf weisen Privatdozent Dr. Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle vom Klinikum Neumarkt in der Oberpfalz hin. Sie berichten von einem 49-jährigen Patienten, der sich wegen zunehmender Schmerzen am rechten Fuß bei den Orthopäden vorstellte (MMW 20, 2009, 5). Er gab zunehmende Probleme beim Schuhkauf an. Am Fußrücken hatten sich durch Reibung am Schuhoberleder Schwielen gebildet, ebenso an der Fußsohle und im Groß- und Kleinzehenballenbereich.

Das Längsgewölbe war deutlich verstärkt und die Kleinzehen befanden sich in Krallenstellung. Auf dem seitlichen Röntgenbild des Fußes war die Steilstellung des ersten Mittelfußknochens erkennbar, der fast senkrecht auf dem Boden stand.

Leichtere Hohlfüße seien konstitutionelle Varianten oder es handele sich um Restdeformitäten von Klumpfüßen, so Schuh und Hönle. Bei ausgeprägten Hohlfüßen müsse jedoch der Neurologe konsultiert werden, weil zum Beispiel Systemerkrankungen des Zentralnervensystems die Ursache der sich oft sehr langsam entwickelnden Fußdeformität sein können, etwa die amyotrophische Lateralsklerose (ALS) oder die Friedreich-Ataxie (Friedreich-Fuß).

Der Fuß muss mit orthopädischen Maßschuhen versorgt werden, die dem hohen Rist und den Krallenzehen ausreichend Platz bieten. Einlagen bringen nichts, denn das Längsgewölbe soll nicht noch stärker angehoben werden, als es sowieso schon ist. Zudem ist der Hohlfuß in der Regel kürzer und breiter als ein normaler Fuß, was das Tragen von Konfektionsschuhen letztlich unmöglich macht. In ausgeprägten Fällen sind unter Umständen aufwendige Korrekturosteotomien am Mittelfuß und am Fersenbein mit oder ohne Gelenkversteifungen erforderlich.

Bei dem beschriebenen Patienten ergab sich allerdings keine neurologische Erkrankung, so Schuh zur "Ärzte Zeitung". Der Patient erhielt orthopädische Schuhe.

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