Auszeichnung für Krebsforscher

HANNOVER (grue). Für Verdienste in der Krebsforschung sind in Hannover vor kurzem zwei Wissenschaftler mit Auszeichnungen der Deutschen Hypothekenbank geehrt worden. Preisträger in diesem Jahr sind Privatdozent Carsten Müller-Tidow aus Münster und Professor Rolf Sauer aus Erlangen. Das Unternehmen vergibt seit 1972 jährlich zwei derartige Auszeichnungen.

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Müller-Tidow erhielt den mit 10 000 Euro dotierten Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis für seine grundlegenden Arbeiten zu den genetischen Ursachen der akuten myeloischen Leukämie (AML).

Bei dieser Krebsform, die 80 Prozent der Leukämien bei Erwachsenen ausmacht, kommt es zu einer starken Vermehrung der blutbildenden Vorläuferzellen. "Das Wachstum wird durch eine Störung des intrazellulären Signalwegs angestoßen", so Müller-Tidow.

Die Arbeitsgruppe aus Münster hat bei AML-Patienten genetische Mutationen auf Chromosom 8 und Chromosom 21 gefunden. Durch die Verlagerung bestimmter Genabschnitte wird ein als Wing bezeichnetes Molekül aktiviert. Solche Moleküle, die bisher nur für die Flügelbildung bei Insekten als wichtig galten, scheinen auch bei der Reifung von Stammzellen von Bedeutung zu sein.

Müller-Tidow hofft, daß mit dem jetzt entdeckten Signalweg eine zielgerichtete Therapie entwickelt werden kann. "Wir suchen nach einer Möglichkeit, den Wing-Signalweg abzuschalten und damit den Tod der Tumorzellen einzuleiten", sagte der Wissenschaftler bei der Preisverleihung in Hannover.

Sauer erhielt die mit 5000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Medaille für sein erfolgreiches Bemühen, die Strahlentherapie in multimodalen Therapiekonzepten zu verankern.

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