Autovakzine sind Therapie-Versuch wert

Kommt es immer wieder zu rezidivierenden Infekten, kann die subkutane oder intrakutane Injektion von Autovakzinen eine Alternative sein. Die Vakzinen werden individuell mit Hilfe von Bakterien oder Pilzen des entsprechenden Patienten in einem Speziallabor hergestellt.

Von Sabine Stürmer Veröffentlicht:

Patienten mit rezidivierenden Infektionen könnten von einer Impfserie mit einer individuellen maßgeschneiderten Vakzine profitieren. Die Injektionen mit dem Autovakzin erstrecken sich über 15 Monate und werden als IGEL abgerechnet.

Immer mehr Erreger werden gegen Antibiotika resistent

Die Methode der Autovakzinierung ist über 100 Jahre alt. Das Verfahren könnte nun eine Renaissance erleben, da immer mehr Krankheits-Erreger gegen Antibiotika resistent werden, wie Professor Pramod Shah aus Frankfurt am Main berichtet hat. Die maßgeschneiderten Impfstoffe hätten sich bei rezidivierenden Infektionen des Urogenitaltraktes, der Haut, des Nasen-Rachen-Raumes und der Atemwege bewährt, so der ehemalige Präsident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft.

Für das Autovakzin werden krankheitsverursachende Erreger aus Sputum- oder Urinproben vom Patienten gewonnen. Die Bakterien oder Pilze werden dann in einem Speziallabor isoliert, angezüchtet, vermehrt und abgetötet, wie Privatdozent Oliver Nolte aus Nußloch bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pohl-Boskamp in Hamburg berichtet hat. Anschließend bekommt der Patient acht Injektionen des Autovakzins: zunächst vier wöchentliche Injektionen, dann zwei Impfungen im monatlichen Abstand und schließlich nach je einem halben Jahr zwei Auffrischungen. Je nach Erreger wird das Autovakzin sub- oder intrakutan gespritzt.

Für die Herstellung wird ein Rezept ausgestellt

Für die Behandlung stellt der behandelnde Arzt ein Rezept für die Herstellung des patientenindividuellen Impfstoffes (UniVaccin®) aus und schickt die Erregerprobe an das medizinisch-mikrobiologische Speziallabor des Unternehmens UniVaccin. Die Herstellung des Autovakzins dauert etwa drei Wochen.

Informationen: www.univaccin.de oder bei der Univaccin GmbH unter Telefon 0 48 21-73 800. Auch Informationsmaterialien für Patienten können dort angefordert werden.

Abrechnung

Herstellung und Lieferung des Autovakzins (UniVaccin®) kosten 316 Euro. Die Leistungen werden als IGEL abgerechnet. Ärzte können dabei für die Beratung die GOÄ-Ziffern 1 oder 3 und für die Untersuchung die Ziffern 5, 6, 7 oder 8 ansetzen. Der Abstrich, der für die mikrobiologische Untersuchung benötigt wird, lässt sich nach Ziffer 298 abrechnen. Die acht Autovakzin-Injektionen lassen sich nach Ziffer 252 oder 375 abrechnen. (stü)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert