Kniegelenksarthrose

Ayurveda statt Standardanalgesie?

Wenn es bei Kniegelenksarthrose um Analgesie geht, sind ayurvedische pflanzliche Präparate ähnlich wirksam wie die Standardarzneien Glucosaminsulfat und Celecoxib.

Veröffentlicht: 04.03.2013, 05:39 Uhr
Ayurveda statt Standardanalgesie?

Hilft offenbar gegen Arthrose: Ayurvedische Kräuter.

© Chromorange / imago

PUNE. Einige pflanzliche Präparate der ayurvedischen Heilkunst sind bei Patienten mit Kniegelenksarthrose offenbar ähnlich wirksam wie die Standardpräparate Glucosaminsulfat und Celecoxib.

Hinweise darauf liefert jetzt eine indische randomisierte Doppelblindstudie, in der die Effekte der Päparate auf Schmerzen und Gelenkfunktion miteinander verglichen wurden.

Auffallend und bisher nicht erklärbar ist die deutliche Erhöhung der Transaminasenwerte im Serum bei einigen Patienten.

An der Studie der Rheumatologen um Dr. Arvind Chopra von der Universitätsklinik in Pune nahmen 440 Patienten mit symptomatischer Kniegelenksarthrose teil, die zu Studienbeginn bereits seit mehr als 50 Monaten bestand (Rheumatology 2013; online 30. Januar).

Die Schmerzstärke, gemessen anhand der visuellen Analogskala (VAS), lag bei einem Wert von 6,5, gemessen mit dem WOMAC-Index (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index, maximal 20) bei etwa 9,4. Der WOMAC-Wert zur Erfassung der Gelenkfunktion (maximal 68) betrug etwa 33.

Jeweils 110 Patienten wurden mit Celecoxib, Glucosaminsulfat, dem standardisiert hergestellten ayurvedischen Extrakt SGC (Mondsamengewächs Guduchi, Ingwer plus Amalakifrucht) oder dem Extrakt SGCG, der zusätzlich Guggul (Weihrauch) enthält, behandelt.

Studie mit Einschränkungen

Alle Studienteilnehmer erhielten die Präparate sechs Monate lang dreimal täglich in Form von jeweils zwei Kapseln, das entsprach bei Glucosamin einer Tagesdosis von zwei Gramm und bei Celecoxib von 200 mg. Primärer Endpunkt der Studie waren die Veränderungen der VAS- und WOMAC-Werte.

Die statistische Auswertung der Daten ergab keinen Unterschied bei der Betrachtung der Schmerz- und Funktionsparameter, wie Chopra und seine Kollegen berichten. Allerdings beendeten 126 Patienten (28,6 Prozent) vorzeitig ihre Studienteilnahme.

Insgesamt zwölf Patienten - fünf aus der SGCG-Gruppe, vier aus der SGC-Gruppe und drei aus der Glucosamingruppe - schieden aufgrund unerwünschter Wirkungen wie Pruritus, Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, erhöhter Transaminasewerte und Ulzera der Mundschleimhaut vorzeitig aus.

Bei sieben Patienten der beiden SGC-Gruppen stieg überraschend die Alanin-Aminotransferase im Serum sogar auf mehr als das Dreifache des oberen Normwertes.

Die erhöhten Transaminasewerte bei Therapie mit den Pflanzenextrakten können sich die Rheumatologen nicht erklären.

Sie weisen zudem einschränkend auf den Anteil der Patienten hin, die vorzeitig die Studie beendet hatten, und darauf, dass sie die traditionelle ayurvedische Medizin in dieser Studie nicht unter einem holistischen Blickwinkel angewandt haben. Sie planen diesen Ansatz aber für künftige Studien. (ple)

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