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BUND: Antibiotika bei Masttieren einschränken

BERLIN (dpa). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert gesetzliche Regelungen, die den Antibiotika-Einsatz in der Tiermast drastisch reduzieren.

Veröffentlicht:

"Tiere erhalten hierzulande dreimal soviel Antibiotika wie die gesamte Bevölkerung», kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch.

Die Pläne von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wie strengere Regeln zu Anwendungsdauer und Dosis in der Tiermast reichten seiner Meinung nach nicht aus.

Erforderlich seien darüber hinaus klare Zielmarken zur Antibiotika-Reduktion wie in Dänemark und den Niederlanden. Der umstrittene Antibiotika-Einsatz bei Masttieren hat nach jüngsten Erkenntnissen ein größeres Ausmaß als bisher angenommen.

Der Verzehr des Fleisches kann dazu führen, dass Medikamente bei kranken Menschen wirkungslos sind. Ursache für den massiven Einsatz von Antibiotika sind nach Einschätzung des BUND jedoch die "inakzeptablen Haltungsbedingungen der Tiere".

Deshalb müssten die Standards in der Tierhaltung deutlich verbessert werden, forderte Weiger mit Blick auf ein bevorstehendes Jubiläum: Seit dem 1. August 2002 ist der Tierschutz offiziell im Grundgesetz verankert.

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Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 26.07.201208:14 Uhr

Demagogie des BUND

Der Fleischverzehr ist in der Regel überhaupt nicht mit einem Antibiotikum-Konsum verbunden. Bekanntlich sind die Antibiotika in weitgehend unveränderter Form nach wenigen Tagen vollständig durch Galle über den Kot oder die Nieren im Urin ausgeschieden, wenn sie nicht ausnahmsweise als Depot nach Injektion im Säugetierkörper länger verweilen und für die Infektabwehr wirksam sein sollen.
Deshalb wird tierärztlich grundsätzlich eine Karenzzeit von mindestens 7 Tagen nach der letzten Antibiotikum-Applikation im begründeten Krankheitsfall verordnet. Milch und Fleisch sind danach antibiotikum-frei. Das beweisen u.a. die regelmäßigen Rückstands-Untersuchungen im Rahmen der staatlichen Fleischhygiene-Überwachung.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und MIkrobiologie) aus Rostock

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