Sportmedizin

Barmer will mit Online-Coach punkten

BERLIN (ble). Deutschlands größte Krankenkasse Barmer und die Telekom-Tocher T-Systems haben am vergangenen Donnerstag ein nach eigenen Angaben bisher einzigartiges Online-Trainingsprogramm vorgestellt. Es soll Mitte Mai starten.

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"Prävention und Innovation gehören zusammen", sagte Barmer-Chef Dr. Johannes Vöcking bei der Präsentation des internetbasierten Fitness-Programms "Mobile Fitness" in Berlin. Das Thema Gesundheit sei inzwischen "in der Mitte der Gesellschaft angekommen." Allerdings hätten viele Menschen Probleme damit, gute Vorsätze auch in die Tat umzusetzen. Zudem verlangten viele Menschen flexible Lösungen und seien immer weniger dazu bereit, zu festen Zeiten zu trainieren, etwa im Fitness-Studio.

Kernstück des Programms ist ein von T-Systems entwickeltes Internet-Portal, das die mittels eines Brustgurts ermittelten und via Bluetooth über ein Handy weitergeleiteten Daten - etwa beim Joggen, Walken, Radfahren, dem Training auf dem Laufband oder der Gartenarbeit - auswertet. Aus den Werten leitet das Programm einen individuellen Trainingsplan ab. Versicherte können ihre Trainingswerte im Gespräch auch ihrem Arzt zeigen.

Während des Sports kann der Läufer über das Handy seine Fitnessdaten ablesen und seine Belastung anpassen. Zudem bietet das Portal auch eine Routenplanung für die Joggingtouren an, etwa für Sportaktive auf Geschäftsreisen oder für Menschen, die gerade umgezogen sind. Per GPS-Navigation zeigt das Handy dem Sportler dann den richtigen Weg an.

Die Kosten für das Angebot sollen bei rund fünf Euro pro Monat liegen. Der Brustgurt soll etwa 90 Euro kosten. Ihn müssen die Versicherten aus eigener Tasche bezahlen. Zudem kommen noch Kosten für die Datenübertragung vom Handy zu T-Systems. Die rund sieben Millionen Barmer-Versicherten können sich über das Internet-Portal der Barmer anmelden. Die gespeicherten Werte für gelaufene Strecken oder absolvierte Fahrradtouren will die Barmer für ihr Bonusprogramm anerkennen, die Kasse hat allerdings keinen Zugriff auf die Daten. Vöcking hofft besonders auf das Interesse von technikaffinen jungen Versicherten.

Reinhard Clemens, Vorstand Geschäftskunden der Deutschen Telekom und Vorstandsvorsitzender von T-Systems, ist vom Erfolg des Projekts überzeugt: "Ich glaube, dass die Akzeptanz für das System extrem hoch sein wird, weil es offen ist und man von überall Daten übertragen kann." Clemens zufolge können 90 Prozent aller momentan genutzten Handys für das javabasierte Programm verwendet werden. Der Online-Fitnesscoach steht für sechs Monate nur Barmer-Versicherten offen. Danach will T-Systems auch andere Kassen für das Programm gewinnen.

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