Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Diabetes enthält Plasma schon früh zuviel freie Fettsäuren

HANNOVER (grue). Typ-2-Diabetes wird heute nicht mehr als reine Störung des Glukosestoffwechsels verstanden, sondern als komplexe metabolische Entgleisung. Für die Pathogenese scheint die Störung des Fettstoffwechsels ebenso bedeutend zu sein wie die Störung des Zuckerstoffwechsels.

Veröffentlicht:

Darauf hat Professor Markolf Hanefeld aus Dresden bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck KGaA in Hannover hingewiesen. So sind bereits in sehr frühen Stadien der Erkrankung die freien Fettsäuren im Plasma erhöht. Sie stammen vorwiegend aus dem Adipozyten-Fettdepot und steigern die Hyperglykämie. In der Leber führt der Fettsäure-Überschuß zu einer vermehrten Synthese von Triglyzeriden.

Bei einer Insulinresistenz gibt es deshalb charakteristische Veränderungen im Lipidprofil, wie die Ergebnisse der epidemiologischen San Antonio Heart Study ergeben haben. Bei Prädiabetikern, die im Verlaufe der Beobachtungszeit Typ-2-Diabetes entwickelten, fanden sich im Vergleich zu Kontrollpersonen deutlich erhöhte Triglyzerid-Werte und doppelt so hohe Nüchterninsulin-Spiegel. Auch bei neu entdeckten Diabetikern der UKPD-Studie fielen erhöhte Triglyzeride und niedriges HDL-Cholesterin auf. Gleiches fand sich bei Männern, die in der PROCAM Studie Typ-2-Diabetes entwickelten.

Menschen mit Hypertriglyzeridämie und niedrigem HDL-Cholesterin haben nach Angaben von Professor Armin Steinmetz aus Andernach ein hohes Diabetes-Risiko. Diese Patienten benötigen eine engmaschige Blutzuckerkontrolle und mitunter auch einen oralen Glukosetoleranztest, um eine gestörte Glukosestoffwechsellage frühzeitig aufzudecken.

"In der Reihenfolge Hyperinsulinämie, Adipositas und Hyperlipidämie sind diese Phänomene des Metabolischen Syndroms zugleich Prädiktoren für die Manifestation eines Diabetes", so Steinmetz. Die postprandiale Hypertriglyzeridämie gilt als zusätzliches Merkmal des gestörten Lipidmetabolismus in der Frühphase.

Bekannt ist, daß Menschen mit Fettstoffwechselstörung bei einer Statin- oder Fibrattherapie seltener Diabetes mellitus entwickeln als unbehandelte Personen. "Daraus resultiert die Empfehlung, bei einer Dyslipidämie, vor allem bei einem niedriges HDL-Cholesterin, schon in der Frühphase der Entstehung des Typ- 2-Diabetes zu behandeln", sagte Steinmetz. Das neue, retardierte Niacin-Präparat Niaspan® des Unternehmens führt dosisabhängig zu einem HDL-Anstieg von durchschnittlich 25 Prozent und ist damit bei niedrigem HDL noch effektiver als Fibrate oder Statine.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ein-Stunden-Wert im oGTT

Normoglykämisch – trotzdem Diabetes-gefährdet?

Blutbild verrät Endotyp

Vier Immunendotypen des Typ-2-Diabetes: Das zeichnet sie aus

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis