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Bei Keloiden ist chirurgische Therapie Ultima Ratio

Wegen des erhöhten Rezidivrisikos sollte eine Exzision von Keloiden erst dann erwogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind.

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MÜNCHEN (HD/fk). Keloide sind hartnäckig und Rezidive nach allen Therapiemaßnahmen häufig, besonders auch nach Exzision. Die chirurgische Therapie kann deshalb nur das letzte Mittel sein, so der plastische Chirurg Dr. Ulf Dornseifer aus München.

Bei Keloiden sollten chirurgische Maßnahmen erst erwogen werden, wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, betonte Dornseifer bei der 22. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie. Er empfiehlt, die Indikation sehr streng zu stellen und die Patienten über das extrem hohe Rezidivrisiko aufzuklären: Trotz Prophylaxe ist seiner Erfahrung nach bei 50 bis 80 Prozent der Patienten mit einem Rezidiv zu rechnen, das dann sogar noch ausgeprägter sein kann als das ursprüngliche Keloid.

Wichtig ist die intraläsionale Exzision - Dornseifer mahnt ausdrücklich eine zurückhaltende Schnittführung an, um das Problem nicht zu verschlimmern. Um Rezidive zu verhindern, sollte außerdem der Wundverschluss spannungsfrei erfolgen. Er rät zu einer sorgfältigen Blutstillung und warnt vor resorbierbaren Fäden: Diese verschwinden im Rahmen einer Entzündungsreaktion, und letztere will man hier nicht haben!

Tritt wieder ein Rezidiv auf, kann der Hautersatz mit einem Transplantat eine Option sein - jedoch können auch im Transplantat wieder Rezidive entstehen, wenn auch verzögert. Um das Rezidivrisiko zu verringern, ist bei der Transplantation unbedingt auf Spannungsfreiheit zu achten.

Die adjuvante Therapie gehört für Dornseifer zwingend zur chirurgischen Therapie dazu. Er injiziert bereits intraoperativ Steroide, um das Rezidivrisiko zu verringern.

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