Bei alten Menschen dürfen es ein paar Pfunde mehr sein

DÜSSELDORF (grue). Wer unbeabsichtigt innerhalb von drei Monaten mehr als fünf Prozent Gewicht verloren hat, ist womöglich mangelernährt. Ein weiteres Kriterium für Untergewicht ist der Body Mass Index (BMI), dessen Normwert allerdings vom Lebensalter abhängt.

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Bei alten Menschen kann es von Vorteil sein, wenn ihr BMI etwas erhöht ist. Darauf hat Professor Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim hingewiesen. Der BMI setzt die Körpermasse in Bezug zur Körpergröße, die Maßeinheit lautet kg/m2.

Weil die Menschen im Alter zunehmend kleiner werden, steigt bei konstantem Gewicht der BMI naturgemäß an: Bei Männern zwischen dem 20sten und 80sten Lebensjahr um durchschnittlich 1,5 Einheiten, bei Frauen um 2,5 Einheiten, sagte Biesalski bei der 2. Offenen Krebskonferenz in Düsseldorf.

Unabhängig davon ist bei Menschen über 70 Jahren ein mäßig erhöhter BMI ein Prädiktor für längere Lebenserwartung. Solche Menschen haben mehr Energie- und Nährstoffreserven, von denen sie während einer schweren Krankheit zehren können. "Der BMI darf deshalb nicht isoliert als Maß für den Ernährungszustand betrachtet werden", sagte Biesalski.

Tumor-Patienten haben eher mit Untergewicht als mit Übergewicht zu kämpfen. Rutscht der BMI unter 20 kg/m2, ist das als Warnsignal zu verstehen. Wer dann noch aktuell wenig isst und schwer krank ist, braucht womöglich eine Ernährungstherapie.

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