Bei müden Krebspatienten sollte der Hb-Wert nicht unter 11 g/dl liegen

BERLIN (gvg). Tumorpatienten mit Fatigue-Syndrom haben nicht selten eine Anämie. Die Bestimmung des Hämoglobinwertes (Hb-Wert) gehört daher zur Basisdiagnostik. Ab einem Wert zwischen 9 und 11 g/dl wird solchen Patienten eine Therapie empfohlen.

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"Durch die Korrektur einer Anämie lassen sich Fatigue-Symptome häufig lindern", sagte Professor Petra Feyer vom Vivantes-Klinikum Berlin-Neukölln. Es gebe klare Indizien dafür, daß Fatigue-Symptome bei Patienten mit einem Hämoglobinwert von über 12 g/dl seltener seien als bei jenen mit niedrigeren Hb-Werten, so Feyer auf dem Deutschen Krebskongreß in Berlin.

Feyer stellte in Berlin die neuen Leitlinien der europäischen Krebsgesellschaft EORTC zur Anämie-Therapie bei Tumorpatienten vor, die demnächst auch als Leitlinie in Deutschland vorliegen sollen.

Danach werde eine Behandlung mit einem Erythropoetin-Präparat bei Patienten empfohlen, bei denen ein Hämoglobinwert zwischen 9 und 11 g/dl vorliegt. Aber: "Nicht jeder Patient mit einem Hb-Wert von 10 g/dl muß behandelt werden", so Feyer. Voraussetzung sind Anämie-typische Symptome. Die Abgeschlagenheit und das Schwächegefühle der Tumor-Fatigue gehören dazu.

Feyer empfiehlt, die Behandlung bis zu einem Hb-Wert von 12 bis 13 g/dl fortzuführen. Ist das erreicht, sollte der Arzt versuchen, den Wert in diesem Bereich zu halten. Der maximale Zugewinn an Lebensqualität ist bei einem Anstieg auf 11 bis 12 g/dl zu erwarten, sagte Feyer auf dem Kongreß.

Die Ärztin wies darauf hin, daß höhere Hb-Werte vermieden werden sollten. Die von einigen Autoren favorisierte Empfehlung eines Ziel-Hämoglobinwertes-Werts zwischen 13 und 14 g/dl teile sie nicht, weil es in diesem Bereich bereits vermehrt zu Thrombosen kommen könne.

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