Krebs

Beim Pleuramesotheliom hilft eine Kombitherapie

BERLIN (awa). Die Kombination von Cisplatin mit Pemetrexed bringt Patienten mit malignem Pleuramesotheliom Vorteile. Damit haben sie ein längeres Gesamtüberleben, bessere Lungenfunktion und Lebensqualität als Patienten, die Cisplatin allein erhalten.

Veröffentlicht: 03.04.2006, 08:05 Uhr

Für Patienten mit malignem Pleuramesotheliom stehe jetzt eine Kombination von Wirkstoffen zur Verfügung, und zwar Cisplatin plus Pemetrexed, sagte Professor Axel-Rainer Hanauske vom Allgemeinen Krankenhaus St. Georg in Hamburg. Damit lasse sich ein Überlebensvorteil erreichen. Diese Kombination sei der bisher erste und einzige zugelassene Standard für Patienten mit dem meist berufsbedingten Brustfellkrebs, so Hanauske beim Deutschen Krebskongreß.

In einer Zulassungsstudie mit insgesamt 448 Patienten wurde die Kombination Pemetrexed (Alimta®) plus Cisplatin als Ersttherapie im Vergleich zur Cisplatin allein geprüft. Das mittlere Gesamtüberleben lag in der Gruppe mit dem einen Präparat bei 9,3 Monaten, in der Gruppe mit der Kombination dagegen bei 12,1 Monaten. Signifikant mehr Patienten erreichten mit der Kombination eine Remission, und zwar 46 versus 20 Prozent.

Im Verlauf von sechs Zyklen habe die Kombination die Vitalkapazität der Lunge kontinuierlich verbessert. Mit der Monotherapie habe sie sich dagegen verschlechtert, so Hanauske auf einer vom Unternehmen Lilly unterstützten Veranstaltung.

Im Verlauf von 18 Wochen verbesserten sich mit der Kombination zudem Thoraxschmerzen, Atemnot und Husten signifikant mehr als mit Cisplatin allein. Zur Zeit wird die Wirksamkeit von Pemetrexed auch in der Zweittherapie mit der einer optimalen symptomatischen Behandlung (Best Supportive Care) verglichen.

Derzeit gibt es in Westeuropa jährlich 5000 Neuerkrankungen des malignen Pleuramesothelioms, das meist durch Asbest verursacht wird. Die höchste Inzidenz wird allerdings erst 2015 bis 2020 erwartet. Denn dann liegt die Zeit der höchsten Exposition 30 bis 40 Jahre zurück - so lange wie die Latenzzeit bis zum Erkrankungsbeginn dauert.

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