Ohne ART HIV-frei

Wann ist der „Berlin-Patient“ kein Einzelfall mehr?

Zwei HIV-Infizierte, einer in London und einer in Düsseldorf behandelt, lassen aufhorchen.

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MÜNCHEN. Der „London-Patient“ hat im März die Diskussion um HIV-Remissionen nach Stammzelltransplantion wieder angefacht.

Er ist – nach dem „Berlin-Patient“ Timothy Ray Brown – der zweite HIV-Infizierte, der nach Stammzelltransplantation ohne antiretrovirale Therapie (ART) als offenbar virusfrei gilt: Das Virus ist bei ihm seit mindestens 18 Monaten nicht mehr nachweisbar.

Dazu gesellen könnte sich – wie kurz berichtet – möglicherweise bald ein dritter solcher Patient, der an der Uni Düsseldorf behandelt wurde. Der „Düsseldorf-Patient“ sei allerdings erst seit vier Monaten in der ART-Pause ohne Rückkehr des Virus, „es heißt also noch: abwarten“, so Dr. Eva Wolf, HIV-Expertin aus dem HIV- und Hepatitis-Schwerpunktzentrum MVZ Karlsplatz in München, bei der Münchner AIDS- und Hepatitis-Werkstatt.

Gleich bei den Patienten aus London und Düsseldorf sei, dass Virus-RNA seit der Stammzelltransplantation wiederholt nicht nachweisbar gewesen sei. Zwar wurden bei beiden Patienten noch winzige Spuren von Virus-Erbmaterial gefunden, diese scheinen aber nicht vermehrungsfähig zu sein: In beiden Fällen sei versucht worden, mit den Virus-Spuren das Virus anzuzüchten, was nicht gelungen sei. Hier gelte es jetzt abzuwarten, ob sich die Remission fortsetze.

Im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ betonte Wolf, dass man nicht von einer Heilung dieser Patienten spreche könne. Es sei noch nicht abzusehen, wie lange die Virus-Remission andauern müsse, damit man mit Sicherheit davon ausgehen könne, dass das Virus nicht mehr zurückkehrt. „Vier Monate sind definitiv zu kurz, dafür braucht es mindestens mehrere Jahre“, so Wolf. (mmr)

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