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Auszeichnung

BioNTech-Gründer und Forscherin erhalten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis

Der renommierte Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis geht an die Biochemikerin Katalin Karikó und die beiden Gründer des Mainzer Unternehmens BioNTech, Özlem Türeci und Ugur Sahin. Die Ehrung würdigt mehr als die Entwicklung des Corona-Impfstoffs, unterstreicht der Stiftungsrat.

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Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff von BioNTech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die Auszeichnung erhalten (v.l.) Özlem Türeci, Ugur Sahin und Katalin Karikó.

Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff von BioNTech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die Auszeichnung erhalten (v.l.) Özlem Türeci, Ugur Sahin und Katalin Karikó.

© v.l.n.r.: Christoph Hardt / Geisler-Fotopresse / picture alliance | ZUMA Press, Inc. / Alamy / mauritius images

Frankfurt/Main. Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff Comirnaty® des Mainzer Unternehmens BioNTech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt.

Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung „für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken“, wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt gab. Das Preisgeld in Höhe von 120 000 Euro teilen sich die BioNTech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Ugur Sahin (56), und die Biochemikerin Katalin Karikó (66), die sich 2013 dem Unternehmen anschloss.

Die Ehrung würdigt mehr als die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Die Preisträger hätten eine Technologie etabliert, „die in Teilbereichen der Medizin einen Paradigmenwechsel einleiten dürfte“, begründete der Stiftungsrat seine Wahl.

Die Möglichkeiten reichten von der Gabe von Impfantigenen oder therapeutisch wirksamen Proteinen hin zur internen Produktion in den Körperzellen der Patienten. Die „spektakulär schnelle“ Entwicklung eines hochwirksamen Impfstoffes gegen Covid-19 würdigte die Jury als „herausragenden Erfolg“.

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„Ein wegweisendes Verfahren“

Die Ungarin Katalin Karikó forscht an der University of Pennsylvania. Während in Therapien mit DNA große Hoffnungen gesetzt wurden, schien mRNA für einen medizinischen Einsatz nicht infrage zu kommen, erklärte der Stiftungsrat. Karikó sei in den 1990er Jahren dennoch unbeirrt ihrem Ziel treu geblieben. Vielen Widrigkeiten zum Trotz sei ihr ein entscheidender Durchbruch gelungen: „Sie entdeckte, wie sich die körpereigene Abwehrreaktion gegen synthetische mRNA ausschalten und damit die intrazelluläre Proteinproduktion deutlich erhöhen ließ.“

Sahin und Türeci forschten im Saarland und in Mainz zuerst an Krebs-Impfstoffen. mRNA schien ihnen am besten dafür geeignet. Sie entwickelten „ein wegweisendes Verfahren, um jeden mRNA-Impfstoff maßgenau an das genetische Profil des Tumors eines Patienten anzupassen“, so der Stiftungsrat. Diese „bahnbrechenden Fortschritte“ bildeten die Grundlage für einen breiteren Einsatz von mRNA - wie für die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs. 2008 gründeten sie die Firma BioNTech, der sich Karikó 2013 anschloss

Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Viele Preisträger der vergangenen Jahrzehnte bekamen später den Medizin-Nobelpreis. Die Ehrung wird seit 1952 verliehen. Überreicht wird der Preis traditionell am Geburtstag des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, dem 14. März. (dpa)

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Kommentare
Dipl.-Psych. Thomas Mende 22.09.202108:48 Uhr

...der Nobelpreis kommt gottseidank aus Schweden!

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