Nierenschaden

Biomarker zeigt das Ausmaß an

Mit Hilfe einer Nukleinsäure kann die Prognose von Intensivpatienten mit Nierenversagen besser vorhergesagt werden.

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HANNOVER. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten auf Intensivstationen versagt die Nierenfunktion. Und nur weniger als die Hälfte dieser vom akuten Nierenversagen Betroffenen überleben es - trotz Dialyse. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun einen Biomarker gefunden, der bereits bei Eintritt des akuten Nierenversagens eine verbesserte Auskunft darüber geben kann, ob der Patient dieses überlebt oder nicht.

 Es handelt sich um eine "long non-coding RNA" - eine Ribonukleinsäure, die im Blut vorkommt, teilt die MHH mit. Die Wissenschaftler haben sie TapSAKI (Transcript predicting Survival in acute kidney injury) genannt. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Clinical Chemistry" (online am 7. Oktober 2014).

Bei hoher Konzentration ist die Niere stärker geschädigt

"Bei Patienten, deren Blut hohe Konzentrationen TapSAKI enthält, war die Niere stärker geschädigt. Nur sehr wenige von ihnen lebten trotz Dialyse noch weitere vier Wochen. Die Konzentration von TapSAKI vor Beginn der Nierenersatztherapie kann so Auskunft darüber geben, wie wahrscheinlich das Überleben des Patienten ist", wird Privatdozent Dr. Johan Lorenzen in der MHH-Mitteilung zitiert.

Lorenzen, Erstautor des Artikels, hat für diese Arbeit Blutproben von rund 120 Patienten untersucht. "In drei bis fünf Jahren könnte dieser Biomarker in der Klinik einsetzbar sein. Eventuell hat er eine wichtige Funktion in der Niere. So besteht die Möglichkeit, dass sein Ausschalten oder Anhäufen der Therapie dient. Das müssen weitere Studien zeigen", prognostiziert Professor Thum.

Lorenzen forscht im von Professor Thomas Thum geleiteten MHH-Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien. Es ist an der MHH unter anderem in den Exzellenzcluster REBIRTH und das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) eingebunden.Das Team um Lorenzen führte die Arbeit gemeinsam mit Forschern der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sowie mit einem internationalen Wissenschaftlerteam durch. (eb)

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