Blutzucker im Griff mit früher Insulintherapie

BERLIN (gvg). Bei einer basal unterstützten oralen Diabetestherapie (BOT) senkt das langwirksame Insulinanalogon Insulin glargin hochwirksam den HbA1c-Wert. Im Vergleich zu alternativen Formen des Einstiegs in die Insulintherapie ist das Hypoglykämierisiko reduziert.

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"Eine frühzeitige Initiierung der Insulintherapie verringert das Risiko diabetischer Folgeschäden und hat zudem den Vorteil eines häufig geringen Insulinbedarfs", sagte Professor Petra-Maria Schumm-Dräger vom Städtischen Krankenhaus München-Bogenhausen. Bei der Jahrestagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" plädierte sie deswegen für eine frühzeitige BOT. Dabei bekommen Patienten zu einer bestehenden oralen Therapie ein langwirksames Insulin hinzu.

"Eine solche BOT sollte mit acht bis zehn Einheiten Insulin pro Tag beginnen, und die Dosis sollte dann alle drei bis acht Tage gesteigert werden", so Schumm-Dräger auf einer von Sanofi Aventis unterstützten Veranstaltung. Meist würden dabei 0,2 bis 0,4 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht benötigt. Ziel ist es, den Wert des Nüchternblutzuckers unter 110 mg/dl abzusenken.

Mit NPH-Insulin sei hierbei allerdings das Risiko nächtlicher Hypoglykämien deutlich erhöht. Schumm-Dräger empfahl deswegen, bei der BOT eher auf ein Analoginsulin wie Insulin glargin (Lantus®) zu setzen. Dadurch könne im Vergleich zu NPH-Insulin bei gleicher Absenkung von HbA1c- und Nüchternblutzucker-Werten das Hypoglykämierisiko um etwa 40 Prozent gesenkt werden.

Ein weiterer oft praktizierter Einstieg in die Insulintherapie ist die zweimal tägliche Applikation von humanem Mischinsulin. Eine BOT mit Insulin glargin sei dieser Behandlung aber überlegen, weil im Vergleich der HbA1c-Wert stärker gesenkt werde und das Hypoglykämierisiko geringer sei, berichtete Schumm-Dräger. Dies gelte besonders auch für ältere Menschen mit Diabetes.

In der kürzlich auf der US-amerikanischen Diabetestagung ADA 2006 vorgestellten APOLLO-Studie sei die BOT mit Insulin glargin außerdem der so genannten supplementären Insulintherapie mit drei Injektionen täglich Insulin lispro plus orale Antidiabetestherapie überlegen gewesen. Beide Therapieformen waren gleich effektiv bei der Absenkung des HbA1c-Werts. Jedoch kam es bei der BOT mit Insulin glargin dreimal seltener zu Unterzuckerungen. Im Mittel traten dabei 2,5 Hypoglykämien pro Jahr und Patient auf, im Vergleich zu 9,2 in der Kontrollgruppe.

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