Brausetablette gegen Durchbruchschmerz

FRANKFURT AM MAIN (ner). Um spontane Durchbruchschmerzen bei Tumorpatienten zu lindern, wird demnächst eine Fentanyl-Buccaltablette zur Verfügung stehen. Studiendaten dazu wurden beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main vorgestellt.

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Vorhersehbare Durchbruchschmerzen bei Krebspatienten, etwa vor Belastungssituationen, können mit konventionellen Opioiden meist gut beherrscht werden. Bei spontanen Durchbruchschmerzen dauere es aber mit den Präparaten bis zu einer effektiven Schmerzkontrolle meist zu lange, sagte Dr. Reinhard Sittl vom Interdisziplinären Schmerzzentrum der Universität Erlangen. In Studien habe man belegen können, dass transmukosal appliziertes Fentanyl (etwa mit dem Actiq®-Stick) binnen 10 bis 15 Minuten wirke und zudem die Schmerzintensität besser reduziere als Morphin, erinnerte Sittl bei einem vom Unternehmen Cephalon unterstützten Symposium.

Brausetablette fördert die Absorption von Fentanyl

Eine bereits in den USA zugelassene Fentanyl-Buccaltablette (Fentora™) soll nach seinen Angaben bald auch in Deutschland verfügbar sein. Es handelt sich um eine sich schnell auflösende Brausetablette. Die Tablette wird zwischen Oberkiefer und Wange eingelegt, wo sie sich allmählich auflöst. Beim Auflösen wird Kohlendioxid frei (Brausetablette), wodurch die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Absorption des Wirkstoffs gefördert werden. Die Galenik begünstigt zudem die Absorption des Fentanyls, und der Wirkstoff flutet noch schneller an als bei Anwendung des Sticks. Zudem wird doppelt soviel Fentanyl absorbiert (48 Prozent versus 22 Prozent).

Sittl zitierte zwei kontrollierte Studien mit jeweils 80 Tumorschmerzpatienten, die bereits auf Opioide eingestellt waren. Bei Durchbruchschmerzen war mit der Fentanyl-Buccaltablette innerhalb von zehn bis 15 Minuten eine signifikant stärkere Schmerzreduktion zu erreichen als mit Placebo.

79 Prozent bewerteten die Schmerzlinderung mit gut

So erreichten in einer Studie 29 Prozent der Patienten der Verumgruppe nach einer Viertelstunde eine mindestens 33-prozentige Schmerzreduktion und 14 Prozent der Patienten mit Placebo. Nach einer halben Stunde waren die Schmerzen bei der Hälfte der Patienten mit Verum deutlich gelindert und bei einem Viertel der Patienten der Placebogruppe. 79 Prozent der Patienten schätzten den Therapieerfolg als gut bis ausgezeichnet ein (J Support Oncology 5, 2007, 327). Unerwünschte Wirkungen waren opioidtypisch, zum Beispiel Übelkeit und Schwindel bei jedem fünften Studienteilnehmer und Kopfschmerzen bei etwa 15 Prozent. Atemdepressionen traten nicht auf.

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