Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesweit erste Geburt nach Eizellreifung in vitro

LÜBECK (nie). Die In-vitro-Maturation (IVM) von Eizellen hat sich als eine erfolgreiche neue Variante der assistierten Befruchtung für infertile Frauen mit Kinderwunsch erwiesen. Bei Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCO), die mit herkömmlichen Methoden der künstlichen Befruchtung nicht schwanger werden konnten, gibt es die meiste Erfahrung damit. Am Lübecker Uniklinikum ist nun bundesweit das erste Kind nach einer IVM-Anwendung zur Welt gekommen.

Veröffentlicht:

Die IVM ist 2005 am Lübecker Klinikum in einer sechsmonatigen Pilotstudie mit insgesamt 85 Patientinnen erstmals in Deutschland erprobt worden.

Fünf Schwangerschaften konnten dabei ermöglicht werden. Ein Kind ist inzwischen geboren worden. "Das Verfahren bieten wir nun Frauen mit PCO als reguläre Behandlung in unserem Haus an. Zudem geben wir unser Wissen in Workshops an IVF-Praxen weiter", sagte Dr. Sören von Otte vom Klinikum Lübeck zur "Ärzte Zeitung". Die IVM soll auch Frauen angeboten werden, die zur ovariellen Stimulation bei IVF weniger Hormone einnehmen wollen.

Etwa fünf Prozent aller Frauen in Deutschland haben ein PCO-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Reifungsstörung der Eibläschen im Eierstock.

Mit der IVM kann das Problem umgangen werden: Die Eizellen werden nach dreitägiger, niedrig dosierter Hormontherapie bereits im noch unreifen Stadium durch Follikelpunktion entnommen, um sie etwa 30 Stunden in vitro unter Zusatz von Hormonen weiter reifen zu lassen und dann zu befruchten.

Die IVM eigne sich auch für Frauen, die aufgrund ihres Alters auf eine herkömmliche IVF schlecht ansprechen, sagte von Otte. Am Uniklinikum Lübeck wird nun untersucht, ob mit der IVM und zusätzlich früher Eizellen-Kryokonservierung die Fertilität von krebskranken Frauen erhalten werden kann.

Durch die toxische Wirkung von Chemotherapien werden Frauen oft unfruchtbar. Solche Frauen sollen nun die Möglichkeit bekommen, Eizellen vor der anstehenden Krebstherapie punktieren und einfrieren zu lassen, so von Otte.

Auch an der Heidelberger Frauenklinik wird die IVM erprobt. Eine Frau befindet sich jetzt mit Hilfe der Methode mit Zwillingen in der 26. Schwangerschaftswoche.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis