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COPD-Patienten brauchen antivirale Strategien

BERLIN (otc). Virusinfekte verursachen bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) häufig akute Exazerbationen. Diese wiederum sind für die Prognose ungünstig, da nach einer Exazerbation häufig das Ausgangsniveau der Lungenfunktion nicht wieder erreicht werden kann. Zudem ist bei viral bedingten Exazerbationen die Rekonvaleszenzzeit verlängert.

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Bei viralen Exazerbationen werden am häufigsten Rhino-, Influenza-A- und Respiratory-Syncytial-Viren (RSV) gefunden. Bei ambulanten COPD-Patienten finden sich bei etwa 40 Prozent aller Exazerbationen Atemwegsviren, berichtete Dr. Gernot Rohde aus London beim 46. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Berlin.

Dabei seien Rhinoviren mit knapp 60 Prozent aller Viren die wichtigsten Erreger. Besonders prädestiniert für virale Exazerbationen seien Patienten mit häufigen Exazerbationen in den vergangenen Monaten, solche mit Grippe-Symptomen und vermehrter Luftnot, und mit hohem Symptom-Score.

Für das Entstehen viraler Exazerbationen werden drei Mechanismen vermutet, berichtete Rohde. Zum einen infizieren Atemwegsviren den unteren Respirationstrakt und können bei Patienten mit Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma direkt zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen.

Zum anderen wird vermutet, daß eine Virusinfektion im oberen Atemwegstrakt indirekt von Bedeutung ist. Hier könnte die Entzündung im oberen Atemwegstrakt zum Beispiel über die Produktion von Zytokinen zu einer Exazerbation führen. Als dritte Möglichkeit, so Rohde, könnten latente Virusinfektionen von Bedeutung sein, die dann als Reaktion auf eine Irritation eine Exazerbation auslösen.

Mit Hilfe neuer Nachweisverfahren hat man inzwischen erkannt, daß Atemwegsviren vor allem bei akuten Exazerbationen von entscheidender Bedeutung sind. Bei künftigen COPD-Therapieansätzen sollten sie verstärkt berücksichtigt werden.

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