Direkt zum Inhaltsbereich

COX-2-Hemmer wirken peripher und zentral

BREMEN (grue). Selektive COX-2-Hemmer wirken nicht nur peripher gegen Schmerzen, sondern auch auf spinaler Ebene. Besonders bei der antirheumatischen Therapie ist es wichtig, die Entzündungskaskade an mehreren Stellen zu durchbrechen.

Veröffentlicht:

Bei chronisch entzündlichen Rheumakrankheiten wie rheumatoider Arthritis und Morbus Bechterew werden lokal vermehrt Prostaglandine ausgeschüttet, die zunächst Nozizeptoren in den Gelenken sensibilisieren. Außerdem wird die zentrale Prostaglandinsynthese angekurbelt, weil das periphere Nervensystem entsprechende Signale funkt.

    Auch Zytokine induzieren COX-2.
   

Experimentell ist aber auch bei kompletter sensorischer Nervenblockade eine zentrale COX-2-Induktion nachweisbar, die offenbar humoral durch Zytokine vermittelt wird. "Besonders die Vorgänge auf spinaler Ebene tragen zu einer Chronifizierung der Schmerzen bei", sagte Professor Christoph Baerwald von der Universität Leipzig auf einer Veranstaltung von Pfizer in Bremen.

Bei der Verordnung von Schmerzmedikamenten sollten deren Wirkorte berücksichtigt werden: Lokale Anästhetika und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) haben ihre Angriffspunkte vorwiegend in der Peripherie; selektive COX-2-Hemmer wie Celecoxib (Celebrex®) und Opioide sind auch zentral gut wirksam.

Welche Schmerzmittel gewählt werden, hänge aber auch von den Begleiterkrankungen des Patienten und mehreren Risikofaktoren ab, sagte Baerwald. Ältere Patienten oder solche mit Ulkusanamnese, Kortison- oder Antikoagulantien-Therapie sind besonders Kandidaten für Coxibe. Patienten mit kardiovaskulären Risiken erhalten eher ein klassisches NSAR.

Bei entzündlichem Rheuma reicht eine Schmerztherapie aber nicht aus, erinnerte Professor Jens Gert Kuipers vom Rheumazentrum Bremen. "Die Patienten brauchen möglichst früh eine Basistherapie, was leider allzu oft hinausgezögert wird".

Dabei seien moderne Präparate wie TNF-alpha-Hemmer bisweilen unerläßlich, etwa bei refraktärem Morbus Bechterew. "Wird in diesen Fällen nur ein NSAR verordnet, ist das eine Katastrophe", sagte Kuipers.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Lesetipps
Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie