Aktuelle Studie

Cholesterinsenkung schützt Herz von HIV-Patienten

Wichtige Ergebnisse von einem US-Kongress zum Thema HIV wurden bei der 7. Münchner AIDS- und Hepatitis-Werkstatt vorgestellt.

Marco MrusekVon Marco Mrusek Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Die jährlich stattfindende Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) in den USA, dieses Jahr in Seattle, ist das führende Treffen von HIV-Wissenschaftlern aus aller Welt. Bei der Münchner AIDS- und Hepatitis-Werkstatt wurden einige Highlights der US-Konferenz kurz zusammengefasst:

» Eine hohe Baseline-HIV-RNA, ein niedriger Spiegel von Helferzellen und eine afrikanische Ethnizität sind Prädiktoren für eine Gewichtszunahme unter einer antiretroviralen Therapie (ART), erklärte Dr. Michael Sabranski vom Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg in seinem Vortrag.

» Eine Cholesterinsenkung stellt die wirksamste Methode dar, das Herzinfarktrisiko bei HIV-Patienten zu senken. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 29.515 Patienten, in der der Anteil unterschiedlicher, modifizierbarer Risikofaktoren an der Entstehung eines Myokardinfarkts untersucht wurde. Der Risikoanteil von Cholesterin liegt dabei mit 43 Prozent an erster Stelle, gefolgt von inhalativem Tabakkonsum (38 Prozent) und Hypertonie (41 Prozent). Dieser Anteil an Myokardinfarkten wäre Sabranski zufolge zu vermeiden, adressierte man den Risikofaktor zum Beispiel durch eine Cholesterinsenkung.

Nierenversagen und Diabetes belegen die hinteren Plätze mit drei und zwei Prozent. "Den Diabetes würde ich trotzdem behandeln, das ist auch ein bisschen überraschend, dass der Prozentwert so niedrig ist. Das liegt aber daran, dass wenige Leute einen Diabetes haben, daher ist der Anteil an der Gesamtpopulation gering," erklärte Sabranski.

» Die Gabe eines Integrase Strand Transfer Inhibitors (INSTI) ist ein unabhängiger Risikofaktor bei Late-Presentern für die Entstehung eines Immunrekonstitutionssyndroms (IRIS). Das geht aus einer retrospektiven niederländischen Studie mit 18.000 ART-naiven Patienten mit niedrigem Helferzellspiegel hervor, die Sabranski vorstellte. Die INSTI-Gabe korreliert mit einem relativen Risiko von 2,69 für die Entstehung eines IRIS, gefolgt von Mykobakterien mit einem relativen Risiko von 2,46.

» Mit der Gabe von Prednisolon lässt sich das Risiko, ein Tuberkulose-IRIS zu entwickeln, um 30 Prozent senken. Das haben südafrikanische Forscher in einer placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie mit 240 ART-naiven Patienten herausgefunden. Außerdem dauerte die Entstehung eines IRIS unter Prednisolon deutlich länger und es gab keine erhöhte Sterblichkeit in der Prednisolon-Gruppe, fügte Sabranski hinzu.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Lesetipps
Beratung Ärztin und Patientin

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt