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Computerbranche ist von Burn-out-Welle bedroht

Psychische Belastungen und hoher Leistungsdruck lassen besonders viele IT-Fachleute ausbrennen. Im Zentrum "Burnon" bekommen Betroffene Hilfe

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ESSEN (acg). Moderne Arbeit macht immer mehr Menschen krank. Das betrifft gerade das Arbeitsfeld, das als Vorreiter von Innovation und Flexibilität gilt: die IT-Branche. Auf den ersten Blick bietet sie gute Arbeitsbedingungen. Sie ist körperlich wenig belastend, die Beschäftigten verfügen über eine hohe Autonomie und sind zeitlich und räumlich flexibel.

Öfter mal ausspannen - und aus Burn-out ein Burn-on machen. © D.aniel / fotolia.com

Öfter mal ausspannen - und aus Burn-out ein Burn-on machen. © D.aniel / fotolia.com

© D.aniel / fotolia.com

Eine Studie des Projekts "pragdis - Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz in diskontinuierlichen Erwerbsverläufen" zeigt jedoch, dass gerade diese Branche mit neuen psychischen Belastungen konfrontiert ist. "pragdis" ist ein Kooperationsprojekt der TU Dortmund mit der Ludwigs-Maximilians-Universität München und Team Gesundheit, einem Beratungsunternehmen für betriebliche Gesundheitsförderung

"Viele Beschäftigte in der IT-Branche sind selbstständig", sagte Dr. Dagmar Siebecke von der TU Dortmund auf der Tagung "Prävention in der Wissensökonomie" in Essen. "Sie leiden unter hohem Leistungsdruck, bedingt durch die ständige Einsetzbarkeit, Versagensängste und der Furcht, nicht von der Arbeit leben zu können." Zudem gebe es für Selbstständige keine betriebliche Gesundheitsvorsorge. "Wir fürchten, dass eine Burnout-Welle bei Computerfachleuten auf uns zurollt", sagt sie.

Die Wissenschaftler aus Dortmund und München haben 350 Beschäftigte aus der IT-Branche zu ihrer beruflichen Belastung befragt. 45 Prozent gaben an, aufgrund der hohen psychischen Belastung unter psychischen Störungen zu leiden. Nur 30 Prozent erwarteten, bis zum 65. Lebensjahr aushalten zu können.

Aus diesem Grund haben die Forscher innerhalb des Projektes Strategien entwickelt, wie der Burnout-Welle einer ganzen Branche begegnet werden kann. Mit der Beratungsstelle "burnon" in Düsseldorf organisierten sie das erste arbeitwissenschaftliche Burnoutzentrum deutschlandweit. "Burnon" ist ein Expertennetzwerk aus Psychologen, Medizinern und Arbeitswissenschaftlern, das sich an Betroffene und Betriebe gleichermaßen wendet. Die Experten helfen Betroffenen weiter, indem sie Stressbewältigungstherapien vermitteln oder auch dazu raten, die belastende Tätigkeit aufzugeben. Firmen bekommen Hinweise, wie sie das massenhafte Ausbrennen ihrer besten Mitarbeiter verhindern können. "Die Firmen erkennen langsam, dass sie ein organisatorisches Problem haben, wenn alle Leistungsträger krank werden", sagt Carsten Gräf vom Team Gesundheit.

Mehr Infos auf www.burnon-zentrum.de

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