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Creme mit Steroidhormon wirkt Hautalterung entgegen

FÜRTH (bib). Der Anti-Aging-Trend treibt Menschen ins Fitneßstudio, zur Visagistin und ab und an auch zum Arzt. Denn: Der hat einige Joker in der Hand, zum Beispiel wenn es um den Erhalt jugendlich wirkender Haut geht. Denn er kann Pflegemittel mit Hormonzusatz verordnen, die der Alterung der Haut entgegen wirken.

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Frei verkäufliche Kosmetika mit Feuchthaltesubstanzen, Lichtschutzfaktoren und Antioxidantien vermögen zwar in gewissem Maße Faktoren wie UV-Licht verursachter Hautalterung entgegenzuwirken, gegen die biologisch bedingte intrinsische Alterung sind sie aber weitgehend machtlos.

Da sind Gene und Hormone ausschlaggebend. Östrogenmangel nach der Menopause führt zur verminderten Kollagensynthese, zur Verdünnung der Haut, zum Feuchtigkeitsverlust, sowie zu verminderter Elastizität und Vaskularisation, berichtet Dr. Bernd Kleine-Gunk aus Fürth (Frauenarzt 46, 2005, 202).

Unter Steroidhormonen ist die intrinsische Hautalterung weitgehend reversibel, auch bei topischer Applikation. 17-ß-Östradiol, das in hohem Maße resorbiert wird, ist dabei allerdings obsolet. "Wer 17-ß-Östradiol topisch appliziert, betreibt keine Hormonkosmetik, sondern eine transdermale Hormonsubstitution", so Kleine-Gunk.

Das Ziel einer lokalen Therapie sei aber gerade, keine systemischen Wirkungen hervorzurufen. Substanz der Wahl zur Hormonkosmetik sei Östriol, etwa als 0,3 % Östriol-Salbe, und allenfalls noch 17-alpha-Östradiol, das keine proliferierende Wirkung auf das Endometrium hat.

Antiandrogene Gestagene wie Cyproteronacetat helfen bei Akne vulgaris und sind lokal als Gel anwendbar. Bei Frauen, die gleichzeitig eine Schwangerschaftsverhütung wünschen, eignen sich auch antiandrogen wirkende Ovulationshemmer wie Belara®, Diane 35® und Valette®.

Androgene haben ihre Indikation bei Cellulite. Sie verbessern die Vernetzung des dermalen Bindegewebes und die Mikroarchitektur des subkutanen Fettgewebes. Die zur Behandlung bei männlichem Androgenmangel erhältlichen Testosterongele eignen sich jedoch nicht - einerseits wegen der perkutanen Resorption und der daraus resultierenden systemischen Wirkung, andererseits, weil sie durch die Fettgewebs-aromatase in Östrogene umgewandelt werden. Mittel der Wahl ist stattdessen Androstanolon, dessen systemische Wirkung minimal ist.

Die Rezeptur topischer Steroidhormon-Präparationen zur Hormonkosmetik erfordert besondere Kenntnisse in puncto Galenik. So wird Östriol am besten in Nachtkerzenöl vorgelöst, Progesteron in Jojobaöl. Allerdings, warnt Kleine-Gunk: "Das einfache Einrühren der entsprechenden Hormone in eine wie auch immer geartete Basiscreme führt nicht zu Produkten, die Frauen auf Dauer als Pflegemittel akzeptieren." Günstiger sei es, wenn man hierbei Hilfe von einem entsprechend versierten Apotheker bekommen könne.

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