Direkt zum Inhaltsbereich

Prävention

DGIM gründet Task Force Infektiologie

Task Force der DGIM fordert mehr und besser ausgebildete Infektiologen. Denn diese seien an deutschen Kliniken immer noch Mangelware.

Veröffentlicht:

WIESBADEN. Um Infektionskrankheiten künftig noch effektiver verhindern oder begegnen zu können, gründet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) eine "Task Force Infektiologie".

Sie soll helfen, in Deutschland Strukturen für eine optimale Prävention und Therapie von Infektionspatienten zu schaffen. In einem Positionspapier fordert die Task Force der DGIM mehr und besser ausgebildete Infektiologen. Denn diese seien an deutschen Kliniken immer noch Mangelware, so die DGIM.

"Nicht nur angesichts aktueller Infektionen mit multiresistenten Bakterien am Universitätsklinikum Kiel müssen wir langfristige Strategien entwickeln, um Infektionen vorzubeugen", wird Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel, in der Mitteilung zitiert.

Die Fachgesellschaft begrüße den offenen Umgang des Klinikums mit den Infektionen, denn nur so könne man Schwachstellen in der infektiologischen Versorgung in Deutschland aufdecken.

"Wie wir Infektionen künftig verhindern können und welche Rahmenbedingungen wir deutschlandweit schaffen müssen, um auf komplexe Infektionserkrankungen zu reagieren, geht uns alle an und ist nicht nur das Problem einzelner Kliniken", so Professor Gerd Fätkenheuer, Leiter der neuen Task Force Infektiologie der DGIM.

Immer wieder seien Mediziner mit schwer behandelbaren Infektionen - nicht nur mit multiresistenten Krankheitserregern, sondern beispielsweise auch mit neuartigen Bakterien oder Viren konfrontiert. Eine Behandlung müsse dann durch einen Infektiologen begleitet werden - und davon gäbe es immer noch zu wenige.

Infektiologie ist Thema auf Kongress

Unter dem Vorsitz von Professor Gerd Fätkenheuer, der die Infektiologie an der Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln, leitet, benennt die Task Force konkrete Ansätze: Das beginnt bei der Aus- und Weiterbildung und setzt sich fort in der Zahl der Stellen für Infektiologen an Klinken und akademischen Institutionen.

Für die Zusatzbezeichnung Infektiologie etwa ist derzeit nur eine einjährige Weiterbildung Pflicht, die DGIM fordert jedoch eine fundierte Weiterbildung von zwei Jahren.

"Kliniken jeder Größe profitieren von infektiologisch qualifiziertem ärztlichem Fachpersonal, das eine kompetente Behandlung von Infektionspatienten gewährleistet."

Speziell für Internisten arbeitet die DGIM in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) derzeit an einem Förderprogramm, das die Fortbildung in Antibiotic Stewardship (ABS) unterstützt.

ABS-Experten helfen ihrer Klinik etwa dabei, Leitlinien für einen sinnvollen Antibiotika-Einsatz zu entwickeln. Ziel müsse es sein, an jeder Klinik mit mehr als 500 Betten eine Stelle für einen klinischen Infektiologen, also einen Internisten mit einer Zusatzausbildung, zu schaffen.

"Die Expertise der Infektiologie in Deutschland weiter zu steigern, ist uns ein großes Anliegen - nicht zuletzt, um auch Infektionskrankheiten wie beispielsweise Ebola in Zukunft besser begegnen zu können", fügt der DGIM Vorsitzende Professor Michael Hallek aus Köln hinzu. Er macht Infektiologie deshalb auch zu einem Schwerpunkt des 121. Internistenkongresses vom 18. bis 21. April 2015.

Hier werden auch im Rahmen des Nachwuchsforums "Chances" die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Infektiologen von Experten in einzelnen Vorträgen erläutert. (eb)

Infos zum DGIM-Kongress 2015 (18. bis 21. April, Mannheim): www.dgim2015.de

Mehr zum Thema

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Impfschutz erleichtern

In Thüringen jetzt Schutzimpfung im Gesundheitsamt möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau