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DXA-Messung bleibt bei Osteoporose Standard

Europäische Experten haben die Leitlinie zu Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause überarbeitet. Darin sind auch zwei neue Arzneien berücksichtigt.

Ingrid KreutzVon Ingrid Kreutz Veröffentlicht:
Die Messung der Knochendichte ist wichtig zur Ermittlung des Frakturrisikos.

Die Messung der Knochendichte ist wichtig zur Ermittlung des Frakturrisikos.

© Foto: Prof. Reiner Bartl, Klinikum Universität München

Das aktuelle Positionspapier zu Diagnostik und Management der postmenopausalen Osteoporose versteht sich als europäische Überarbeitung der Leitlinien der International Osteoporosis Foundation (IOF) aus dem Jahre 1997 (Osteoporos Int 19, 2008, 399). Die sogenannte "European Guidance" ergänzt die Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO), kommentiert Professor Reiner Bartl, Leiter des Bayerischen Osteoporosezentrums der Universität München-Großhadern (DMW 134, 2009, 92).

Das europäische Positionspapier unterstreicht erneut den Stellenwert der Knochendichtemessung mit der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)-Methode zur Osteoporose-Diagnostik. Die DXA-Messung ist demnach die am weitesten verbreitete Messmethode und nach wie vor der Standard. "Sie erlaubt eine strahlenarme, sehr genaue Messung aller relevanten Skelettareale", so Bartl. Eine Metaanalyse belege, dass die Abnahme der Knochendichte in der DXA-Messung um eine Standardabweichung mit einer 2,6-fachen Zunahme des Frakturrisikos einhergeht. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist für den Münchner Experten, dass es auch eine seitliche Darstellung der gesamten Wirbelsäule zum Nachweis von Wirbelkörperfrakturen erlaubt. Diese seien ein wichtiger Risikofaktor zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit von Folgefrakturen.

Auch die Diagnose einer Osteoporose beruht weltweit auf der DXA-Messung. Eine Osteoporose liegt danach vor, wenn der T-Score, also die Standardabweichung von der Knochendichte einer jungen gesunden Frau an der Lendenwirbelsäule, am Femurhals oder am Gesamtfemur bei minus 2,5 oder darunter liegt.

Zur Behandlung von Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose empfehlen die Europäischen Experten als wichtige Allgemeinmaßnahme regelmäßige körperliche Aktivität. Das verringere zugleich auch das Sturzrisiko. Wichtig sei zudem eine gesunde Ernährung mit ausreichender Kalzium-Versorgung (mindestens 1000 mg pro Tag). Außerdem plädieren die Experten für eine Vitamin-D-Supplementation von mindestens 800 IE pro Tag.

Die DXA-Methode ist strahlenarm und misst überall sehr genau.

Als effektive, fraktursenkende und in Europa am häufigsten eingesetzte Arzneimittel bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose werden in dem aktuellen Positionspapier genannt: die Bisphosphonate Alendronat, Ibandronat, Risedronat und Zoledronat, der selektive Östrogenrezeptor-Modulator Raloxifen, Strontiumranelat sowie die beiden Parathormone Teriparatid und PTH 1-84. Als osteoprotektiv habe sich zwar auch die Hormonersatztherapie erwiesen, diese werde aber aufgrund des erhöhten Brustkrebsrisikos mittlerweile seltener und nicht primär zur Osteoporosetherapie eingesetzt.

Die europäischen Experten weisen darauf hin, dass Bisphosphonate insgesamt gut verträglich seien. Bei oraler Behandlung sei mit leichten gastrointestinalen Beschwerden zu rechnen und zu Beginn einer intravenösen Therapie mit einer Akut-Phase-Reaktion mit Fieber sowie Knochen- und Muskelschmerzen. Kiefernekrosen kämen unter einer Osteoporosetherapie mit Bisphosphonaten extrem selten vor (etwa 1 Fall  pro  100 000). Und ein kausaler Zusammenhang sei nicht belegt.

Risikofaktoren für Frakturen

  • erniedrigte Knochendichte (laut DXA)
  • höheres Alter und weibliches Geschlecht
  • niedriger BMI
  • vorausgegangene Fraktur durch NiedrigEnergie-Trauma
  • Oberschenkelhalsfraktur in der Familie
  • Rauchen
  • systemische Kortikoide
  • Alkoholismus
  • Rheumatoide Arthritis
  • erhöhte Knochenabbaumarker
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