Reizdarm

Darmhypnose klappt auch in der Gruppe

Eine Darmhypnose muss nicht als Individualtherapie ablaufen. Auch in der Gruppe besserte sich dadurch das Befinden von Reizdarmpatienten, wie eine Studie ergeben hat.

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WIESBADEN. Die Hypnotherapie ist schon länger eine Option für Reizdarmpatienten. Darmhypnose klinge erst mal blöd, so Professor Peter Layer beim Gastro Update, „aber wir machen es seit einiger Zeit und die Patienten sind begeistert“. Eine Frage ist, ob dieses Verfahren nur in der bislang üblichen Individualtherapie möglich ist, ober ob es auch in Gruppentherapie funktioniert. Hierzu stellte Layer in Wiesbaden eine Studie aus den Niederlanden vor (Lancet Gastroenterol Hepatol 2019; 4: 20-31).

In der prospektiven Studie wurden 494 Patienten in drei Gruppen eingeteilt (3:3:1): Sie nahmen für zwölf Wochen entweder an einer individuellen Hypnotherapie, einer Gruppen-Hypnotherapie oder einer edukativ-supportiven Gesprächstherapie (Kontrolle; alle jeweils sechs Termine) teil, schreibt Layer, der am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg tätig ist, im Manuskript zum Fortbildungsseminar. „Der primäre Endpunkt war die adäquate Besserung des Gesamtzustandes in mindestens drei von vier konsekutiven Wochen, mit Follow-up Erhebungen nach drei und 12 Monaten“.

Ergebnisse: Nach drei Monaten lagen die Ansprechraten in der Intention-to-treat-Analyse bei 41 Prozent in der Gruppe mit Individualtherapie, bei 33 Prozent in der Gruppentherapie und 17 Prozent in der Kontrollgruppe. Nach 12 Monaten betrugen die Raten 41, 50 und 23 Prozent.

Die Ansprechraten in der Per-Protocol-Analyse lagen für die Individualtherapie bei 50 bzw. 56 Prozent nach 3 bzw. 12 Monaten und für die Gruppentherapie bei 43 bzw. 52 Prozent. „Damit war die Hypnotherapie in beiden Gruppen signifikant effektiver als die Kontrollen sowohl nach drei als auch nach 12 Monaten“, resümiert Layer. Die Gruppentherapie sei dabei der individuellen Therapie durchweg ebenbürtig.

Die Studie bestätige also nicht nur die Wirksamkeit der Hypnotherapie bei Reizdarmsyndrom; sie lasse außerdem erwarten, dass gute Ergebnisse auch in einer ökonomischeren und weniger aufwendigen Therapieform, wie der Gruppentherapie erreicht werden können, so Layer. Einschränkend wies er darauf hin, dass sich zwar die Gesamtbefindlichkeit der Patienten verbessert, nicht allerdings die Einzelsymptome. (grz)

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