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Darstellung von Föten im Uterus präziser denn je

Von den unscharfen grau-weißen Bildern der ersten Verfahren sind die modernen Entwicklungen der Ultraschalltechnologie weit entfernt. Fast fotorealistisch sind die Ungeborenen heute zu sehen. Und mit der STIC (Spatio Temporal Image Correlation)-Technologie ist sogar die Beobachtung des schlagenden fötalen Herzens möglich.

Von Sabine Fisch Veröffentlicht:

Die Entwicklung der fötalen Ultraschalluntersuchungen hat einen weiten Weg hinter sich: 1997 kamen die ersten ausgereiften 3D-Ultraschallgeräte auf den Markt. Mit diesen Geräten können Föten dreidimensional dargestellt werden. Das Babyfernsehen, wie der 3D-Ultraschall auch genannt wird, verstärkt die Bindung der werdenden Eltern an ihr Kind - das haben Studien inzwischen deutlich gemacht. Das bildgebende Verfahren dient aber auch dazu, eventuelle Missbildungen, die im 2D-Ultraschall beim niedergelassenen Gynäkologen vermutet wurden, abzusichern.

"3D-Sonografie gehört in die Hand spezialisierter Zentren"

"Diese besonderen Ultraschalluntersuchungen gehören jedoch in die Hand spezialisierter Zentren", hielt der Reproduktionsmediziner Professor Wilfried Feichtinger vom Wunschbaby Zentrum in Wien bei der 39. Fortbildungstagung für Gynäkologen und Geburtshelfer in Obergurgl/Tirol fest. Im Verlauf einer normalen Schwangerschaft genügen die beiden im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebenen 2D-Ultraschalluntersuchungen.

Mithilfe der 3D-Sonografie können nicht nur Oberflächen plastisch dargestellt werden, sondern auch die inneren Strukturen des Fötus. Wie bei einem Fotobearbeitungsprogramm kann am Bild die äußere Hülle abgeschält und bestimmte Organsysteme dargestellt werden. "Selbst die Vogelperspektive ist möglich", erläuterte der deutsche Gynäkologe Professor Eberhard Merz von der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main. "Dabei kann man die Darstellung des fötalen Kopfes quasi elektronisch aufschneiden und jede einzelne Ebene durchsehen."

Beim 3D-Ultraschall wird eine zweidimensionale Ebene um einen Winkel von 60 Grad im Raum geschwenkt, die Schnittbilder elektronisch zu einem Volumenblock zusammengesetzt. Aus diesem Volumenblock lassen sich auch dreidimensionale Aufsichts- und Transparenzbilder berechnen. In Form einer Rotationsbewegung um die vertikale oder horizontale Achse kann der Untersucher den Feten von verschiedenen Seiten betrachten und detailliert beurteilen. So können auch Gesichtsdysmorphien und oberflächliche Anomalitäten genau beurteilt werden. Bei Lippenspalten wird deutlich, ob ebenfalls Kiefer und Gaumen betroffen sind.

Die 4D-Sonografie, die seit 2002 verwendet wird, ermöglicht die Darstellung des Föten in Bewegung: "Hiermit können wir feststellen, ob ein Ungeborenes Arme und Beine bewegen kann", erklärte Feichtinger. "Werden etwa nur die Arme bewegt, deutet dies auf einen Wirbelsäulenschaden hin."

Bewegte Darstellung des Herzens im Mutterleib

Eine Weiterentwicklung des 4D-Ultraschalls ist die Spatio Temporal Image Correlation, die STIC-Technologie. Mithilfe aufwändiger Berechnungsmethoden kann damit sogar das fötale Herz in Bewegung dargestellt werden. Eine Kombination mit der Dopplersonografie ermöglicht zusätzlich die Kontrolle des Bluteinstroms in die Herzkammern: "So können wir bereits intrauterin Herzfehler detektieren", erläuterte Feichtinger.

"Die neuen Ultraschalltechnologien und die Möglichkeiten der Bildbearbeitung", so Merz, "helfen uns bei der Darstellung von Fehlbildungen des Fötus, sowohl an der Oberfläche als auch an tiefen Strukturen." Eine Wundermethode seien aber auch diese Technologien nicht, denn "auch mit 3D- und 4D-Ultraschall ist es nicht möglich, 100 Prozent aller Fehlbildungen zu erkennen".

Der Artikel erschien zuerst in der österreichischen Wochenzeitung "Ärzte Woche" am 19. April 2007

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