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Kommentar – Medikationslisten

Das Verdienst der Hausärzte

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Listen sind wichtige Hilfsmittel. Etwa die Listen PRISCUS und FORTA, die für ältere Patienten potenziell ungeeignete beziehungsweise nachweislich nützliche Arzneimittel aufführen.

Doch obwohl diese Listen seit einigen Jahren existieren und aktualisiert werden, erhält etwa jeder vierte ältere Patient mindestens ein potenziell inadäquates Medikament.

Manchmal, weil die Nutzen-Risiko-Abwägung letztlich dafür spricht, nicht selten aber, weil die Listen keine Beachtung finden – etwa in Notaufnahmen, wo die Zeit besonders knapp bemessen ist.

Eine Kasuistik zeigt nun, wie eine einzelne für ältere Patienten inadäquate Therapie eine ganze Verordnungskaskade in Gang setzen kann.

Listen sind eben nur Hilfsmittel. Damit ältere Patienten von FORTA und PRISCUS profitieren, brauchen sie Ärzte, die regelmäßig prüfen, ob ihre Medikamente (noch) angemessen sind, die sich bei Bedarf mit Fachkollegen darüber austauschen und, wenn nötig, einen Wirkstoff absetzen.

In den meisten Fällen sind das die Hausärzte, weil sie die Vorgeschichte und die Medikationspläne ihrer Patienten am besten kennen. Es ist das Verdienst dieser Hausärzte, die diese manchmal zeitaufwendige Aufgabe übernehmen, wenn ältere Patienten vor Schaden durch ungeeignete Medikamente bewahrt werden.

Lesen Sie dazu auch: Fallbericht: Ein Sturz – und dann viele unnötige Arzneien

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